Ärzte Zeitung online, 05.04.2012

Todesschüsse vor Berliner Klinik

Blutbad in Berlin-Neukölln: Ohne Vorwarnung feuert ein Unbekannter vor einer Klinik auf fünf junge Leute. Ein Mann stirbt, zwei Opfer schweben in Lebensgefahr. Vom Täter fehlt jede Spur, das Motiv ist unklar.

Todesschüsse vor Berliner Klinik

Polizisten sichern nach der Schießerei in Berlin-Neukölln die Spuren am Tatort.

© Britta Pedersen / dpa

BERLIN (dpa). Aus nächster Nähe ist in Berlin ein 22-Jähriger mitten in der Nacht auf der Straße erschossen worden. Bei der Attacke eines Unbekannten auf eine fünfköpfige Gruppe erlitten zwei 16 und 17 Jahre alte Jugendliche lebensgefährliche Schusswunden.

Von dem Täter fehlte zunächst jede Spur, wie ein Polizeisprecher sagte. Wohl ohne Vorwarnung hatte er das Feuer am frühen Gründonnerstagmorgen gegen 1.15 Uhr eröffnet.

Zunächst gab es von dem Täter nur eine vage Beschreibung: Der etwa 1,80 Meter große Mann trug einen Kapuzenpullover, erinnerten sich die zwei Männer aus der Gruppe, die unverletzt blieben.

Flucht zu Fuß

Nach ersten Ermittlungen unterhielten sich die fünf jungen Männer mit türkischen Wurzeln auf dem Bürgersteig gegenüber des Vivantes Klinikums in Berlin-Neukölln, als der Täter kam und mehrere Schüsse abgab.

Drei Opfer brachen zusammen - einer von ihnen mitten auf der mehrspurigen Straße. Am Morgen war eine große Blutlache auf der Fahrbahn zu sehen. Der Todesschütze flüchtete unerkannt zu Fuß.

Rettungssanitäter der Feuerwehr, die gerade von einem Einsatz in der Nähe zurückkehrten, bemerkten die Verletzten. Sie leisteten Erste Hilfe, alarmierten ihre Kollegen und die Polizei, wie ein Feuerwehrsprecher der dpa erzählte.

Der 22-Jährige starb wenig später im Vivantes Klinikum. Die beiden jugendlichen Opfer wurden notoperiert. Wie kritisch ihr Zustand war, blieb am Donnerstagmittag unklar.

Suche nach Täter, Zeugen, Tatwaffe

Eine Mordkommission ermittelt jetzt in verschiedene Richtungen. "Die Fahndung läuft mit Hochdruck", sagte ein Polizeisprecher. Ob es ein politisches Motiv für die Tat geben könnte, wollte er nicht sagen.

Die beiden unverletzten Männer wurden vernommen, sagten aber aus, dass sie den Täter nicht kannten. Die Polizei sucht nun nach weiteren Zeugen. Die Tatwaffe wurde zunächst nicht gefunden.

Die Ermittler sperrten den Tatort weiträumig ab. Beamte der Kriminaltechnik sicherten bis zum Vormittag Spuren. Polizisten suchten die Umgebung ab.

Eine Gaststätte in der Nähe ist nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei nicht relevant für die Tat. Geschäftsleute in der unmittelbaren Umgebung zeigten sich schockiert über die Attacke, öffneten jedoch am Morgen wieder ihre Läden.

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