Ärzte Zeitung online, 05.07.2012

Sieg für von Hagens: Professor ist Professor

MÜNSTER (dpa). Späte Genugtuung für Gunther von Hagens: Der umstrittene Leichenpräparator durfte seinen chinesischen Professorentitel in Deutschland ohne Einschränkungen führen.

Das hat das Oberverwaltungsgericht dem 67-Jährigen am Donnerstag bestätigt.

Der Erfinder der Leichenschau "Körperwelten" war 1999 in China zum Gastprofessor ernannt worden.

Das damals zuständige Wissenschaftsministerium von Nordrhein-Westfalen hatte von Hagens angewiesen, den Titel nur mit einem Hinweis auf diese Herkunft zu benutzen.

Weil er sich nicht daran hielt, kam es zu einer Prozessserie. Vom Vorwurf des Titelmissbrauchs war von Hagens bereits freigesprochen worden.

Weil er sich aber weiter als Hochstapler diffamiert sah, zog er gegen das Ministerium vor Gericht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »