"Ich würde wetten, dass ein durchschnittlicher Bürger aus dem Athen vor 3000 Jahren, der plötzlich in unserer Zeit auftauchen würde, einer der hellsten und intellektuellsten Köpfe wäre. Mit einem guten Gedächtnis, einer großen Palette von Ideen und einem klaren Blick für das Wesentliche", beginnt lt. Spiegel Online G. Crabtree in "Trends in Genetics".
Ich könnte dazu ergänzen, "wenn er in der Hellenischen Antike nicht mehr damit beschäftigt gewesen wäre, seine Sklaven vielfältig zu missbrauchen." Die führenden griechischen Intellektuellen hatten es auch nicht leicht: Sokrates wurde wegen Missachtung der Götter verurteilt, den Schierlingsbecher zu nehmen. Antipatros, Nachfolger des Sokrates starb 129 v. Chr. durch einen Giftbecher. Aristoteles zog nach Platons Tod 347 v. Chr. von Athen nach Assos in Kleinasien. Selbst Pythagoras wurde verfolgt und musste nach Süditalien fliehen.
Dummdreist zu behaupten, dass heutzutage die Intelligenz des Einzelnen weniger wichtig sei, beweist schlicht die eigene intellektuelle Überheblichkeit und fehlende psychosoziale Kompetenz. Es ist unredlich zu behaupten, bei prähistorischen Jägern und Sammlern seien die Menschen o h n e dumpfe Körperkraft, Schnelligkeit, Antritt, Jagdinstinkt, manuelle Geschicklichkeit oder Mut der Verzweiflung ausgekommen und hätten sich a l l e i n der Intellektualität hingegeben. Alle prähistorischen Daten belegen, dass es ein extrem hartes, anstrengend-auszehrendes Leben mit w e n i g Zeit für Kontemplation war. Die monumentale Kultstätte Newgrange (3150 v. Chr.) in Irland z. B. wurde lange vor dem Bau der ägyptischen Pyramiden nicht allein durch geistig hochdifferenzierte Persönlichkeitsmerkmale erstellt, sondern durch gigantische Hoch- und Tiefbauten mit geradezu übermenschlichen Kraftanstrengungen, Präzision und Durchhaltevermögen.
Wenn der Stanford-Entwicklungsbiologe Gerald Crabtree über Intelligenz, Dummheit, vergleichende Anthropologie und die genetische Verortung der menschlichen Klugheit schwadroniert, ist er damit ein Zugpferd, auf das man eher nicht setzen sollte.
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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