Ärzte Zeitung online, 13.09.2013

Auma Obama

"Ich habe gelernt, mehr auf mich zu achten"

Kurz vor dem Burn-out hat Dr. Auma Obama, Schwester von US-Präsident Barack Obama, durch eine Ayurveda-Kur ihre alte Energie zurückgewonnen. Die "Ärzte Zeitung" hat mit ihr über Gesundheit und ihre Hilfsorganisation gesprochen.

Das Interview führte Ruth Ney

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Gibt Kindern in Kenia die Chance, ihr Leben selbstständig zu bestimmen: Dr. Auma Obama (Bildmitte).

© Sauti Kuu

Ärzte Zeitung: Frau Obama, würden Sie sagen, Sie leben jetzt gesund?

Dr. Auma Obama: Ich habe mich auch früher bemüht, gesundheitsbewusst zu leben. Aber erst jetzt habe ich eine Balance gefunden. Vor allem achte ich bewusst auf eine Ernährung, die mir gut tut und die Verdauung nicht belastet, und eine körperliche Bewegung, die zu mir passt.

Ich arbeite immer noch viel mit dem Kopf und bekomme oft zu wenig Schlaf. Aber im Großen und Ganzen fühle ich mich jetzt viel gesünder.

Dabei hat mir die Ayurveda-Kur geholfen. Als ich die vegetarische Ernährung mit viel frischen Zutaten und Gewürzen, die ich während der Kur gelernt habe, zuhause fortgesetzt habe, merkte ich schnell den positiven Effekt.

Was haben Sie geändert?

Sauti Kuu

Sauti Kuu ist Kiswahili und bedeutet im Deutschen „Starke Stimmen“.

Die Stiftung in Kenia hat Dr. Auma Obama gegründet.

Sie verfolgt das Ziel, Kindern in Afrika trotz aller schwierigen Herausforderungen, die Möglichkeit zu geben, ihr Leben selbstständig zu bestimmen.

www.sautikuufoundation.org

Dr. Auma Obama: Die Umstellung war ziemlich einfach. Ich esse jetzt vor allem mittags etwas Leichtes und Warmes mit viel Gemüse, statt Obst und Salat.

Und das beste: Ich habe ohne Diät so in nur sechs Monaten zehn Kilo abgenommen. Außerdem bewege ich mich jetzt regelmäßig - nicht beim Sport, sondern nur bei langen Spaziergängen.

Welchen Stellenwert hat das Thema Gesundheit für Ihre Hilfsorganisation Sauti Kuu?

Dr. Auma Obama: Das hat einen hohen Stellenwert. Denn wenn man nicht gesund ist, kann man nicht gut "funktionieren". Die Jugendlichen, mit denen wir arbeiten, kommen jedoch alle aus sehr armen Familienverhältnissen, wo man sich häufig nicht sehr gesund ernährt, geschweige denn überhaupt genug zu essen hat.

Dabei fehlt es nicht einmal an Land, sondern an dem Wissen, wie man es für eine gesunde Ernährung sinnvoll bebaut.

Wir versuchen den jungen Leuten daher zu zeigen, wie das geht. Dazu haben wir auf unserem Gelände Gärtchen, in denen wir demonstrieren, wie man auch auf einem ganz kleinen Stück Land die wichtigsten Nahrungsmittel anbauen kann, etwa Bohnen für die Proteinversorgung und Mais als Kohlenhydratlieferanten, Passionsfrüchte für die Vitamine.

Man braucht auch keine teure Kuh, eine Ziege kann gesunde Milch geben. Hühner ergänzen durch Eier den Speiseplan.

Spielen beim Thema Gesundheit auch traditionelle Heilmethoden eine Rolle?

Dr. Auma Obama: Meine Großmutter, bei der ich lange gelebt habe, hat noch viel traditionelle Medizin angewandt.

Ich habe dieses Wissen leider nicht übernommen, versuche aber jetzt zum Beispiel auch bei Sauti Kuu, Bäume anzupflanzen, aus deren Rinde und Blätter traditionelle Naturheilmittel bei uns hergestellt wurden und das alte Wissen etwa über Kräuter wieder mit in unser Gartenkonzept einzubauen.

Woraus schöpfen Sie die große Energie, die nötig ist, ein Hilfsprojekt wie Sauti Kuu ins Leben zu rufen und die vielen Reisen zwischen Afrika, Amerika und Europa zu verkraften?

Dr. Auma Obama: Da sind zunächst die Kinder und Jugendlichen, mit denen ich arbeite. Immer wenn ich an sie denke oder mit Ihnen zusammen bin, weiß ich, warum ich diese Arbeit mache.

Auf der anderen Seite habe ich gelernt, mehr auf mich zu achten. Dabei hilft mir die neue Ernährungsweise und Bewegung - und ich nehme mir einfach die Zeit dazu, um den Kopf frei zu kriegen. Das hilft mir auch, mit wenig Schlaf zurecht zu kommen, wenn ich viel im Ausland unterwegs bin.

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