Ärzte Zeitung online, 31.01.2014

Sprengung in Frankfurt

Eine KV muss zittern

Am Sonntag wird in Frankfurt ein Hochhaus gesprengt: Das Gebäude der KV Hessen liegt mitten in der Sperrzone. Ob die rund 500 KV-Mitarbeiter am Montag wie gewohnt wieder zur Arbeit können?

Von Rebecca Beerheide

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Foto vom Dach der KV Hessen: Am Sonntag wird der AfE-Turm in Frankfurt gesprengt.

© Stephan Thomaier

FRANKFURT/MAIN. Seit Wochen laufen die Vorbereitungen, am Sonntag um zehn Uhr wird es ernst: In Frankfurt am Main wird ein 116 Meter hoher Turm direkt in der Nähe des Messegeländes gesprengt. Es ist der höchste Turm, der je in Europa auf diese Weise in seine Einzelteile zerlegt wurde.

Und mitten in der der absoluten Gefahrenzone von 250 Metern liegt der Hauptsitz der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen. Für die Verwaltung der KV heißt das seit Tagen und Wochen Dauereinsatz - nicht nur zur Sicherung des eigenen Gebäudes.

Denn viele Neugierige wollen das Spektakel entweder vom Dach des KV-eigenen Gebäudes in der Georg-Voigt-Straße 15 beobachten oder mindestens ihre Kamera mit Fernauslöser dort unterbringen. Schließlich gibt es auf dem 18-stöckigen Gebäude eine gute Sicht, wenn die 34 Stockwerke von gegenüber in sich zusammenfallen.

Doch in und auf das KV-Gebäude darf in den kommenden Stunden niemand mehr. Nur einige Haustechniker können sich auf der Rückseite, die nicht zum Turm zeigt, aufhalten. Ab Freitagnachmittag müssen die Computer-Systeme und der angeschlossene Server runtergefahren werden, ab Samstag schaltet die Haustechnik Geräte wie Klimaanlage und Belüftung ab.

Einige dieser Geräte stehen auf dem Dach der KV. Auch die müssen abgedichtet werden, damit kein Staub aus dem Schutt angezogen und in den 18 Stockwerken des KV-Hauses verbreitet wird.

Ob die rund 500 KV-Mitarbeiter am Montag wieder ganz normal ihrer Arbeit nach gehen können? Für viele wird es ab Montag ein ganz neues Gefühl sein, wenn sie aus ihren Bürofenstern schauen: Der mitunter hässliche Turm in knapp 100 Metern Luftlinie ist dann Geschichte.

Wenn es nach dem Sprengmeister geht, der in der lokalen Ausgabe der "Bild"-Zeitung bereits als "Problemsprengmeister" und "Krater-Edi" bezeichnet wurde, soll am Sonntag alles reibungslos verlaufen.

Mit insgesamt 950 Kilogramm Sprengstoff soll der Turm in zwei Stufen in sich zusammenfallen: erst die Pfeiler, dann der Kern des Gebäudes. Dabei soll keine Detonation zu spüren sein - selbst die Exponate des nahegelegenen und weltberühmten Senckenberg-Museums sollen in ihren Vitrinen bleiben und keinen Schaden nehmen.

Im Frankfurter Stadtjargong wird der Turm "AfE-Turm" genannt, AfE steht für "Abteilung für Erziehungswissenschaften". Schön ist der Beton-Klotz nicht. Früher waren in dem Turm die Geistes- und Sozialwissenschaften, sowie die Pädagogik und Psychologie der Universität Frankfurt untergebracht. Mit der Zeit sind die Fachbereiche ausgezogen.

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