Ärzte Zeitung, 12.11.2014

Behindertenfußball

WM-Traum der Deutschen gefährdet

Die deutschen Behindertenfußballer wollen erstmals an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Für die Reise nach Mexiko fehlt jedoch das Geld.

WM-Traum der Deutschen gefährdet

Kein Geld für die WM? Der Traum der deutschen Amputiertenfußball-Nationalmannschaft, hier beim Training in Hoffenheim, droht zu platzen.

© Uwe Anspach/dpa

FRANKFURT/MAIN. Sie wollen erstmals an einer Weltmeisterschaft teilnehmen und suchen im Internet nach Geldgebern, die die Reise des vor knapp zwei Jahren gegründeten 1. Amputierten Fußball Club zu den Titelkämpfen vom 30. November bis 7. Dezember in Mexiko finanzieren.

 "Wir benötigen 16.000 Euro", sagt Teammitglied Lars Wurst aus Melsungen und fügt hinzu: "Der Deutsche Fußball-Bund und der Deutsche Behindertensportverband unterstützen uns nicht, weil wir kein gemeinnütziger Verein sind. Wir bewegen uns im Niemandsland."

Flüge aus eigener Tasche

Wurst und seine Teamkollegen verfügen über eine offizielle Turniereinladung vom Weltverband, der die Kosten für Hotel und Verpflegung übernimmt. Die Flüge muss der deutsche Tross mit zwölf Spielern sowie je einem Trainer, Betreuer, Physiotherapeuten und Schiedsrichter aber aus der eigenen Tasche bezahlen. "Selbst Länder wie Haiti, Angola oder Georgien haben ihre Reisekosten zusammen und nehmen an der WM teil", klagt Wurst.

Mittels Crowdfunding soll das Geld bis zum kommenden Montag beschafft werden. Bis dahin müssen die einbeinigen Kicker, die ohne Prothesen an Krücken spielen, eine definitive Startzusage geben.

Bastian Schweinsteiger unterstützt

Bis zum Dienstagvormittag kamen 1186 Euro zusammen. Unterstützt wurden Wurst und seine Mitstreiter auch von Weltmeister Bastian Schweinsteiger. Der DFB-Kapitän schickte ein von ihm signiertes Trikot zur Versteigerung im Internet.

Sollte es mit der WM-Teilnahme klappen, wäre dies auch ein wichtiges Signal für die Zukunft. 2020 soll der Behindertenfußball erstmals im Programm der Paralympics stehen. Noch hinkt man im Land des Weltmeisters der internationalen Entwicklung aber weit hinterher. (dpa)

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