Ärzte Zeitung, 06.10.2015

Lesbe diskriminiert

Klinik in Spanien verurteilt

MADRID. Eine Klinik in Madrid hat die künstliche Befruchtung einer lesbischen Patientin abgebrochen und soll deshalb nun eine Entschädigung zahlen.

Ein spanisches Gericht verurteilte die Klinik ebenso wie das Gesundheitsministerium der Region Madrid zu einer Zahlung von rund 5000 Euro an die Klägerin.

Die Frau sei aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert worden, erklärte das Sozialgericht zur Begründung. Nach Informationen des staatlichen Rundfunks RNE war das am Montag bekannt gewordene Urteil das erste dieser Art in Spanien.

Das Krankenhaus legte Berufung gegen die Entscheidung ein. Es berief sich darauf, sich an eine Verordnung der spanischen Zentralregierung von 2014 gehalten zu haben.

Dieses Dekret hatte es der staatlichen Krankenversicherung untersagt, die künstliche Befruchtung alleinstehender oder lesbischer Frauen zu finanzieren.

Das Gericht wies in seinem Urteil demgegenüber darauf hin, dass das Verbot einer Diskriminierung Vorrang habe vor einer Verordnung.

Der spanische Homosexuellenverband Felgtb begrüßte die Entscheidung. "Das Prinzip der Gleichberechtigung zählt mehr als der Starrsinn einiger Mitglieder der Regierung, die uns ihr Familienmodell aufzwingen wollen", sagte die Felgtb-Sprecherin Isabel Gómez. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »