Ärzte Zeitung, 02.11.2015

Ausstellung

"Chirurgie und Malerei - beides hat etwas Handwerkliches"

Der saarländische Ärztekammerpräsident Josef Mischo malt seit rund 20 Jahren. Seine Bilder und die vieler anderer saarländischer Ärzte sind derzeit in Saarbrücken zu sehen. Bis zu 70 malende Ärzte wollten ihre Bilder zeigen.

Von Andreas Kindel

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Saarlands Ärztekammerpräsident Dr.Josef Mischo zu Hause vor seiner Staffelei.

© Dieter Schmitt

ST. INGBERT. "Meine Bilder entstehen im Kopf", sagt Dr. Josef Mischo. Wenn sich der saarländische Ärztekammerpräsident mit Pinsel, Farbe und Leinwand ans Werk macht, sitzt er mit der Staffelei nicht draußen in der Natur, sondern meistens im ausgebauten Dachgeschoss in seinem Häuschen in der 38 000-Einwohner-Stadt St. Ingbert. Seine Motive: zum Beispiel die Halligen in der Nordsee, Bäume im Herbst und Seerosen am Weiher.

"Mysterium des Lebens"

Bilder des malenden Ärztekammer-Chefs sind derzeit zusammen mit Werken von mehr als einem Dutzend saarländischer Ärzte in einer Ausstellung in Saarbrücken zu sehen. Die Resonanz auf die Ausstellungsankündigung war riesig: 60 bis 70 Kollegen aus dem Saarland hatten angefragt, ob sie mitmachen können. "Wir konnten gar nicht alle Angebote annehmen", berichtet Mischo.

Warum begeistern sich so viele Ärzte für die Malerei? "Es wird oft gesagt, dass wir Mediziner einen stressigen Beruf haben und das Malen zum Ausgleich brauchen", antwortet der 61jährige. "Aber ich glaube, dass mehr dahinter steckt." Sowohl in der Medizin als auch in der Kunst versuche man, sich "dem Mysterium des Lebens" zu nähern - nur eben auf völlig unterschiedliche Weise.

Und seine persönliche Motivation? "Ich bin einfach ein kreativer Mensch", sagt Mischo, der als Unfallchirurg im Marienkrankenhaus Ottweiler arbeitet. Malerei und Chirurgie - beides habe doch etwas Handwerkliches. Angefangen hat er mit Aquarellstiften.

Jetzt malt er oft Gouache-Bilder, also mit Wasserfarben, die aus Pigmenten, Kreide und Gummi arabicum hergestellt werden. "Das hat den Vorteil, dass die Farben auch nach der Trocknung noch wasserlöslich sind".

Gelernt habe er die Malerei eigentlich nie. Aber sein Großvater - von Beruf Schumacher und Elektriker- habe schon gemalt. "Ich hatte schon als Jugendlicher versucht, ihm nachzueifern", erinnert sich Mischo. Seit etwa 20 Jahren male er nun "systematisch". Dabei herausgekommen sind inzwischen rund 50 Bilder.

Und was ist "ein echter Mischo" nun so wert? Verkauft habe er noch nichts. Aber bei einer Benefizaktion für herzkranke Kinder sei schon ein Bild versteigert worden - immerhin für einen dreistelligen Betrag.

Ausstellung bis kurz vor Weihnachten

Die Bilder von Josef Mischo und mehr als einem Dutzend saarländischer Ärzte sind noch bis zum 8. November, montags bis freitags von 9 bis 14 Uhr, im Haus der saarländischen Ärztekammer in Saarbrücken sowie im Saarbrücker Hotel Mercure bis zum 20. Dezember (rund um die Uhr) zu sehen.

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