Ärzte Zeitung online, 16.12.2015

Auch in Deutschland

Bald Schockbilder auf Zigarettenschachteln

Raucher in Deutschland müssen sich bald auf Schockfotos und größere Warnhinweise auf Zigarettenschachteln einstellen. Das Bundeskabinett hat ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht.

BERLIN. Raucher müssen sich vom kommenden Frühjahr an auf Schockfotos und größere Warnhinweise auf Zigarettenschachteln einstellen.

Von Mai 2016 an sollen zwei Drittel der Vorder- und Rückseite von Zigaretten- und Drehtabak-Verpackungen für kombinierte Warnbilder und aufklärende Texte reserviert sein - weit mehr als bisher schon.

Einen entsprechenden Gesetzentwurf von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) billigte das Bundeskabinett an diesem Mittwoch in Berlin.

Erzeugnisse, die nach den alten Regelungen bis Mai 2016 hergestellt wurden, können noch ein Jahr lang weiter verkauft werden.

Tabak-Richtlinie wird umgesetzt

Damit wird die nach langem Streit 2014 ausgehandelte EU-Richtlinie für Tabakprodukte auch in deutsches Recht umgesetzt. Die Vorgaben sind klar: Ob krebsbefallene Lungen, faulende Raucherbeine oder geschwärzte Zahnstümpfe - Gruselbilder und abschreckende Warnungen auf einem Großteil der Packungen sollen die Lust am Glimmstängel dämpfen.

Auch sollen Aromen, die den Tabakgeschmack überdecken, vom Markt verschwinden - Zigaretten und Drehtabak mit charakteristischen Aromen werden verboten.

Kleine Verpackungsgrößen sind für bestimmte Tabakwaren verboten, auch "irreführende Elemente auf Verpackungen".

Grüne schießen gegen Regierung

Die Grünen warfen der Regierung unterdessen vor, keine Gesamtstrategie zur Reduzierung des Tabakkonsums zu verfolgen.

Der Sprecher für Drogen- und Suchtpolitik der Grünen-Fraktion, Harald Terpe, sagte: "Werbebeschränkungen für Tabakprodukte sind längst überfällig."

Deutschland sei neben Bulgarien das einzige EU-Land, das Außen- und Kinowerbung für Tabakprodukte immer noch erlaube.

"Die Regierung muss sich von den Interessen der Industrie frei machen. Arbeitsplätze und Steuereinnahmen sind kein Argument, wenn es um Menschenleben geht." (dpa/jk)

[17.12.2015, 15:04:12]
Carl Scherer 
"Schockfotos" auf Zigarettenschachteln ?
Es gibt da im Handel prima Hüllen für die Schachteln,damit man die abturnenden Fotos nicht zu sehen braucht .
Wenn die Packung nicht vor dem Draufschauen schon leer ist.
Der Staat lebt von der Nikotinsucht, alle gesponserten Filmprojekte haben den strikten Auftrag,mehr rauchende Darsteller zu zeigen im TV.
Sterbestatistik in anderem Artikel ? Hier bei mir starben dieses Jahr
ausschliesslich Raucher an den COPD-/Krebsfolgen, nicht mehr an
Gefässleiden oder anderen Krebsen. zum Beitrag »
[17.12.2015, 11:46:58]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Spontan fiel mir ein ...
als Schockfoto und größeren Warnhinweis auf Zigarettenschachteln könnte man ja auch Bilder vom unfertigen BER-Flughafen Berlin-Brandenburg nehmen.
Aber dann wurde mir klar, dass derartig krass gescheiterte Großprojekte ja ausgerechnet von den Steuereinnahmen auf Tabak und Zigaretten mit finanziert werden.

Doch Gruselbilder mit krebsbefallenen Lungen, faulenden Raucherbeinen oder geschwärzten Zahnstümpfen auf den Zigaretten-Packungen, welche die Lust am Glimmstängel dämpfen sollen, sind ebenfalls schräg: Denn sie dokumentieren, dass der Staat, nachdem er kräftig Tabak- und Mehrwertsteuern abkassiert hat, die Folgekosten komplett der Gemeinschaft der GKV- und PKV-Krankenversicherten überlässt.

Und wann kommen endlich Bilder von Leberzirrhose und Ösophagusvarizen auf Schnapsflaschen?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »

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