Ärzte Zeitung, 27.01.2016

Verkehrsgerichtstag

Streit um Blutproben bei Autofahrern

Polizisten plädieren dafür, die Blutprobe bei alkoholisierten Fahrern abzuschaffen. Juristen wollen sie beibehalten.

GOSLAR. Blutproben bei betrunkenen Autofahrern und der sogenannte Idiotentest sind die Hauptthemen beim diesjährigen Verkehrsgerichtstag, der am heutigen Mittwoch in Goslar beginnt.

Außerdem soll bei dem Expertenkongress über den Einsatz von Dashcams beraten werden. Die Minikameras auf dem Armaturenbrett können während des Autofahrens permanent das Verkehrsgeschehen aufzeichnen und Unfälle dokumentieren.

Neben Einwänden von Datenschützern gibt es aber große Unsicherheit darüber, was der Einsatz solcher Kameras bringt.

Polizei will Blutprobe abschaffen

Zu der 54. Auflage des Verkehrsgerichtstages, der offiziell am Donnerstag eröffnet wird, kommen rund 2000 Experten zusammen, darunter viele Juristen.

Die Fachleute von Ministerien, Behörden, Verbänden, Gerichten und Verkehrsclubs befassen sich mit aktuellen Fragen des Straßenverkehrs.

Kontroverse Debatten werden zum Thema Blutprobe für alkoholisierte Fahrer erwartet. Polizeivertreter plädieren für die Abschaffung. Sie gehen davon aus, dass eine Atemalkoholanalyse ausreicht.

Die Gewerkschaft der Polizei beklagt ferner, dadurch werde knappe Arbeitszeit verschwendet. Mediziner und Juristen dagegen halten die Blutprobe, die ab einem gepusteten Atemalkoholwert von 1,1 Promille fällig wird, für ein unverzichtbares Beweismittel im Strafprozess.

Uneinigkeit dürfte unter den Experten auch darüber herrschen, ob der Promille-Grenzwert für die als Idiotentest bezeichnete Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) generell von 1,6 auf 1,1 Promille herabgesetzt werden soll.

Hinzu kommt die Frage, ob die Aufnahmen von Dashcams nach Unfällen als Beweismittel vor Gericht zulässig sein sollen. (dpa)

Topics
Schlagworte
Panorama (30512)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »