Ärzte Zeitung, 25.08.2004

FUNDSACHE

Neuer Job: der Berufsdemonstrant

André Gäbler hat einen außergewöhnlichen Beruf. Er ist professioneller Demonstrant. Jeden Tag stehen er oder einer seiner drei Kollegen mit einem Plakat vor dem Berliner Reichstag. Was aber auf dem 15 Kilo schweren, orange umrahmten Schild steht, denkt sich der 28jährige nicht selber aus.

Er demonstriert nur für das, was ihm die Internetnutzer aus aller Welt diktieren. Jeder kann auf der Internetseite www.mein-demonstrant.de oder per SMS Vorschläge für den Plakattext abgeben. Am Abend werden vier Forderungen oder Statements, die tagsüber eingegangen sind, ausgewählt und den Usern zur Wahl angeboten.

Der Slogan, der bis 10 Uhr des folgenden Tages die meisten Stimmen bekommen hat, schafft es vor den Reichstag. Hinter dem Projekt steht eine Münchner Werbeagentur, die beweisen will, daß die deutsche Jugend nicht unpolitisch ist. Wieviel Geld der Berufsdemonstrant für seinen Job erhält, wird nicht verraten. (ddp)

Topics
Schlagworte
Auch das noch! (3195)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »