Ärzte Zeitung, 11.10.2005

Wenn Hunde mit den Pfoten zucken - auch Tiere träumen

Bei Delphinen und Enten gibt es keinen REM-Schlaf

Verarbeitet Erlebnisse im Schlaf: Ein Beagle schläft in seinem Körbchen. Foto: ddp

Der Haushund liegt mit geschlossenen Augen in seiner Hütte und wedelt mit dem Schwanz. Die Katze schnurrt, doch sie scheint tief zu schlafen. Daß Menschen träumen und sich dabei manchmal auch bewegen oder Laute von sich geben, ist bekannt. Aber können Tiere träumen?

"Auch Tiere verarbeiten ihre Erlebnisse im Schlaf", sagt die Tierpsychologin Gabriele Zuske. Wie beim Menschen gebe es auch bei Säugetieren den "REM-Schlaf", eine Schlafphase, die bekanntlich durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet ist (REM steht für "Rapid Eye Movement"). Die meisten Träume finden in dieser Schlafphase statt.

Bei Delphinen gebe es die REM-Schlafphase allerdings nicht. "Da diese Tiere zum Atmen regelmäßig an die Wasseroberfläche schwimmen müssen, schalten sie zum Schlafen nur eine Gehirnhälfte aus", erläutert Zuske. Auch Enten könnten dies bei Bedarf. Wenn sie sich nicht sicher fühlen, würden sie beim Ruhen nur ein Auge schließen, so die Tierpsychologin.

Bei Ratten hätten Wissenschaftler dagegen herausgefunden, daß beim Laufen durch ein Labyrinth dieselben Hirnwellen meßbar sind wie während des Schlafens. "Die Forscher gehen also davon aus, daß die Tiere von dem Erlebnis im Labyrinth träumen", betont Zuske.

Die Gefühlswelt von Insekten lasse sich mit menschlichen Maßstäben dagegen nicht messen, ergänzt Veterinärmediziner Professor Ingo Nolte von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. "Säugetiere wie Elefanten und Pferde dagegen können beispielsweise abstrahieren und Dinge wiedererkennen. Daher kann man davon ausgehen, daß sie auch träumen", meint er.

Den Inhalt der Träume könne der Mensch allerdings nur anhand körperlicher Äußerungen oder bestimmter Laute interpretieren. Nolte: "Wahrscheinlich sind folglich nur aufregende Träume der Tiere für den Menschen ablesbar." (ddp.vwd)

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