Ärzte Zeitung, 29.03.2006

"Sofi" läßt die Reiseveranstalter frohlocken

Aufgrund der heutigen Sonnenfinsternis sind in der Türkei viele Hotels ausgebucht / Teilfinsternis über Deutschland

ISTANBUL/MOSKAU (dpa). Ein seltenes Himmelsschauspiel läßt die Herzen in der türkischen Tourismusbranche höher schlagen: Dank der totalen Sonnenfinsternis heute mittag sind viele Hotels komplett ausgebucht, etliche beginnen die Saison früher als üblich. Zur besten Beobachtungszeit über Mittag wird der Mond in einem etwa 165 Kilometer breiten Streifen das Tagesgestirn komplett verdunkeln. Außerhalb der schmalen Kernschattenzone ist das Phänomen als Teilfinsternis zu beobachten, auch von Deutschland aus.

Nur mit Schutzbrillen sollte man in die Sonne sehen, das gilt für die totale wie auch für die partielle Sonnenfinsternis. Foto: dpa

Beginnend an den Badestränden von Antalya und Alanya am Mittelmeer wandert die Kernschattenzone in nordöstlicher Richtung über Konya, das für seine tanzenden Derwische berühmt ist, weiter über das mit einzigartigen Naturschönheiten gesegnete Kappadokien.

Orte am Mittelmeer und am Schwarzen Meer wetteifern mit "Sofi"-Angeboten. Hoteliers in Konya und Kappadokien freuen sich über ausgebuchte Häuser. Das Tourismusministerium in Ankara ließ T-Shirts und Urkunden drucken, die jedem Touristen als Andenken mitgegeben werden sollen. Vielerorts werden Schutzbrillen bereit gehalten.

Dicht vor der türkischen Mittelmeerküste findet sich mit dem griechischen Inselchen Kastellorizon, auch als Megisti bekannt, das einzige EU-Territorium, von dem aus die totale Sonnenfinsternis zu beobachten ist. Auch auf dem nur 9,2 Quadratkilometer kleinen Eiland sind alle Pensionen restlos ausgebucht.

Eine partielle Sonnenfinsternis wie im Mai 2003 über München ist auch heute in Deutschland zu beobachten. Foto: ddp

Die Phase der totalen Verdunkelung der Sonne durch den Mond wird auf Kastellorizon etwa 2,5 Minuten dauern. Auf der etwa eine Seemeile vor der türkischen Mittelmeerküste liegenden Insel leben nur 250 Menschen. Das Eiland liegt 72 Kilometer von der nächsten griechischen Insel Rhodos entfernt, wo das Himmelsschauspiel jedoch wie in anderen Teilen Griechenlands nur als Teilfinsternis zu sehen sein wird.

In Deutschland reicht der Bedeckungsgrad von 23 Prozent in Emden bis 37 Prozent in Görlitz. Die schmale Zone, in der die totale Finsternis zu beobachten ist, zieht sich von Ostbrasilien, wo die Finsternis gegen halb elf Uhr deutscher Zeit beginnt, über den Atlantik, kreuzt das nördliche Afrika, das der Mondschatten in Nordwestägypten wieder verläßt.

Anschließend zieht er über das Mittelmeer zwischen Kreta und Zypern, streicht über die Türkei, weiter nach Rußland, über Kasachstan und verläßt die Erdoberfläche gegen 14 Uhr deutscher Zeit nahe der Mongolei.

Weitere Infos zur Sonnenfinsternis im Internet unter http://sunearth.gsfc.nasa.gov/eclipse/SEmono/TSE2006/TSE2006.html (NASA) und unter www.vds-astro.de (Vereinigung der Sternenfreunde)

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