Ärzte Zeitung, 14.07.2006

FUNDSACHE

Dem Geheimnis eines Kastraten auf der Spur

Der Gesang des berühmten Kastraten Farinelli wird of als engelsgleich beschrieben. Jetzt sollen die Gebeine des italienischen Sängers ausgegraben werden, um dem Geheimnis seiner Kunst auf die Spur zu kommen.

Wie der britische Sender BBC berichtet, wollen Wissenschaftler der Universität von Bologna Farinellis Schädel sowie seine Knochen vermessen und einen DNA-Test vornehmen.

Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert wurden allein in Italien jährlich bis zu 4000 Jungen im Alter von etwa acht Jahren kastriert, um ihre hohe Stimme zu erhalten. Sie wurden Opernsänger oder auch Solisten im Kirchenchor. Die grausame Operation wurde 1870 verboten.

Farinelli (1705 bis 1782) war der Popstar unter den Kastraten. Daher wollen die Gelehrten nun herausfinden, ob anatomische Besonderheiten Ursache seiner hohen Kunst waren. Auch seine Ernährungsgewohnheit sowie mögliche Erkrankungen werden per DNA ermittelt. (Smi)

Topics
Schlagworte
Auch das noch! (3194)
Gentechnik (2094)
Organisationen
BBC (411)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »