Ärzte Zeitung online, 15.08.2008

Frisch geschossen - frisch genossen: Mit dem Fasan in den Pub

LONDON (dpa/maw). Um die Folgen der Kreditkrise zu lindern, bietet eine englische Pub-Wirtin ihr Bier auch im Tausch gegen Kartoffeln, Frischfleisch oder andere Naturalien an. So kommen Gäste des Pubs "The Pigs" im ostenglischen Städtchen Edgefield gegen einen frisch geschossenen Fasanen in den Genuss eines frisch gezapften Bieres.

Bei der Wahl ihrer Zahlungsmittel können die Gäste ihrem Ideenreichtum fast freien Lauf lassen. Kaninchen aus eigener Zucht oder auch Tauben sind nur zwei von vielen Möglichkeiten, sich in besagtem Pub gegen deren Tausch mit Flüssigem versorgen zu lassen.

"Wenn Ihr irgendetwas angebaut, aufgezogen, geschossen oder gestohlen habt, was zu unserem Menü passen könnte, dann bringt es her und wir kommen ins Geschäft", ist auf einem Schild am Eingang des Pubs zu lesen. "Je schlechter die finanzielle Lage der Leute wird, desto beliebter wird unser Tauschhandel", berichtete die 24-jährige Wirtin Cloe Wasey am Freitag Reportern. "Seit dem Einsetzen der Kreditkrise erleben wir einen Boom."

Beim gegenwärtigen Kurs der "Bierwährung" kostet ein Pint Lager - etwas mehr als ein halber Liter - zum Beispiel ein Kilo Kartoffeln, ein Kilo frisches Obst, ein Dutzend Hühnereier oder auch drei Makrelen. "Meist wird uns Ware aus heimischer Produktion angeboten, die viel frischer und schmackhafter ist als das Zeug vom Großhändler", sagte die Wirtin. Stammgast Derek Feast (64) fügte hinzu: "Auf diese Weise fühlen wir uns im Pub noch mehr wie zu Hause."

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