Ärzte Zeitung online, 28.11.2008

Britische Polizei verteilt Flip Flops an torkelnde Betrunkene

LONDON (dpa). Flip Flops statt Stöckelschuhe: Die britische Polizei will stark betrunkene Frauen in der Partymeile der südenglischen Küstenstadt Torbay künftig mit flachen Strandschuhen ausstatten, um schmerzhafte Verletzungen zu verhindern. So solle vermieden werden, dass sich die torkelnden Nachtschwärmerinnen in Stöckelschuhen auf dem Heimweg ihre Beine brechen.

In letzter Zeit hätten die jungen Frauen auch oft ihre Schuhe ausgezogen und sich dann barfuß oder in Strumpfhosen in Glasscherben geschnitten, sagte Kommissar Adrian Leisk. "Wir halten Ersatzschuhe für Leute bereit, die ihre eigenen Schuhe auf dem Heimweg unbequem, unpassend oder unsauber finden", sagte der Kommissar. Der Steuerzahlerbund kritisierte das Projekt am Freitag als "Geldverschwendung".

Die leichten Plastikschuhe tragen eine Botschaft, die für mäßigen Alkoholgenuss wirbt. Die staatlich geförderte Flip-Flop-Aktion ermögliche es den Polizisten, mit den Betrunkenen im Nachtleben ins Gespräch zu kommen, sagte Leisk. Die Aktion, zu der auch eine Werbebox mit einem Kondom, einer Flasche Wasser, Broschüren und Kosmetik gehört, soll im Dezember beginnen.

Obwohl übermäßiger Alkoholkonsum unter jungen Frauen schon seit längerer Zeit in Großbritannien ein Problem ist, unterstützt nicht jeder Brite die Kampagne. "Das ist eine idiotische Geldverschwendung", sagte Matthew Elliot, Chef des Steuerzahlerbundes, der Zeitung "The Guardian". "Leute zahlen ihre Steuern nicht für betrunkene Frauen, die Flip Flops umsonst bekommen. Die Steuerzahler wollen, dass die Polizei Verbrechen bekämpft. Die Polizei ist nicht dafür da, ein Notausstatter flacher Schuhe zu sein."

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