Ärzte Zeitung online, 11.03.2010

Kondomautomaten in römischer Schule rufen Kirche auf den Plan

ROM (dpa). Safer Sex für Schüler sorgt in Rom für Aufregung: Mit der geplanten Aufstellung von zwei Kondomautomaten hat ein Gymnasium in der italienischen Hauptstadt für Aufregung gesorgt. Wie italienische Medien am Mittwoch berichteten, handelt es sich um die ersten Kondomautomaten in einer italienischen Schule.

Kritik gab es vor allem aus den Reihen der katholischen Kirche. "Überaus besorgt", zitierte die römische Tageszeitung "La Repubblica" (Onlineausgabe) am Mittwoch Kardinal Agostino Vallini, Stellvertreter des Papstes im Bistum Rom. Eine derartige "Banalisierung der Sexualität" sei zu vermeiden. Die Initiative könne unmöglich "das Einverständnis der römischen Kirchengemeinde finden", so Vallini.

Von Schülern, Lehrern und Abgeordneten wurde die Maßnahme hingegen begrüßt. "Ich hoffe, das auch andere Schulen diesem Beispiel folgen werden", kommentierte die linke PD-Abgeordnete Livia Turco. Andere sprachen sich für eine baldige Ausweitung der Initiative auch auf andere Städte aus. Die Maßnahme sei nach aufklärender Diskussion einstimmig von Eltern, Lehrern und Schülern befürwortet worden, sagte der Schulleiter des römischen Gymnasium, Antonio Panaccione.

Das naturwissenschaftliche Keplergymnasium beherzigte mit den Präservativ-Automaten einen Beschluss der Provinz Rom vom vergangenen Juni. So hatte sich die Provinzregierung 2009 im Rahmen von Aufklärungskursen zu Aids in Oberschulen dafür eingesetzt, Schülern den Zugang zu Verhütungsmitteln zu erleichtern. Die Kondome sollen zum Fabrikpreis und damit deutlich billliger als in Apotheken abgegeben werden, hieß es.

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