Ärzte Zeitung online, 11.10.2010

Auch bei Hunden gibt es Optimisten

LONDON (dpa). Auch unter Hunden gibt es Optimisten und Pessimisten. Das haben Forscher der britischen Universität Bristol nachgewiesen. Pessimistische Hunde sind verzweifelt, wenn sie alleingelassen werden und zeigen dann Angstverhalten - etwa indem sie die Wohnung verwüsten. Optimisten scheint das Alleinsein weniger auszumachen.

Die Wissenschaftler unter Leitung des Verhaltensforschers Dr. Michael Mendl untersuchten 24 Hunde, die kürzlich ins Tierheim gekommen waren. Erst kamen sie 20 Minuten lang zusammen mit einem Betreuer in einen leeren Raum, tags darauf wurden sie für jeweils fünf Minuten dort alleine eingesperrt. Videokameras beobachteten, wie die Hunde etwa an der Tür scharrten, auf Möbel sprangen, bellten - oder einfach ruhig blieben.

In einem zweiten Versuchsteil stellten die Forscher Fressnäpfe voll mit Hunde-Köstlichkeiten auf und trainierten den Vierbeinern an, an welchen Stellen volle und an welchen Stellen leere Fressnäpfe standen. Später stellten sie Näpfe an Plätzen dazwischen auf. Diejenigen Hunde, die freudig darauf zurannten, deklarierten sie als Optimisten; diejenigen die zögerten, als Pessimisten. Später wurden die Ergebnisse der beiden Versuche verglichen.

Ergebnis: Hunde, die eingesperrt Angstverhalten wie lautes Bellen und Kratzen an der Tür zeigten, zählten eher zu den Pessimisten. Die Optimisten waren auch eingesperrt eher ruhiger. "Das ist wichtig für Hundebesitzer, wenn sie ihre Tiere richtig behandeln wollen", sagte Professor Mendl. Es zeige, dass das Angstverhalten der Hunde bei Isolation nicht ein "gutes Zeichen" ist, wie manche Tierhalter annehmen. Die Studie ist im Fachjournal "Current Biology" veröffentlicht.

Abstract der Studie (Link wird von der Fachzeitschrift frei geschaltet)

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