Ärzte Zeitung online, 25.06.2011

Nach Neuseeland verirrt, zuviel Sand geschluckt: Pinguin übersteht Magenspülung

WELLINGTON (dpa). Warum der junge Pinguin 3000 Kilometer weit bis nach Neuseeland schwamm, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Sein großes Abenteuer könnte tödlich enden: "Happy Feet" hat zu viel Sand geschluckt und musste eine Magenspülung bekommen. Überlebt er, könnte er auf einem Eisbrecher heimreisen.

Am warmen Peka Peka Strand der Nordinsel Neuseelands war der Pinguin gestrandet. Hilflos schluckte er Sand - wahrscheinlich in der Annahme, kühlenden Schnee zu fressen. Als er vergebens versuchte, den Dreck wieder hochzuwürgen und er immer apathischer wurde, griffen Helfer ein.

In einer Kiste wurde der todkranke Pinguin zum Zoo in Wellington gebracht. Unter Narkose spülten die Helfer seinen Magen aus - vom Zoo über Twitter veröffentlichte Bilder zeigen die Sandhäufchen in einem Eimer.

Bei dem Eingriff sei aber nur ein Fünftel des Sandes im Bauch herausgespült worden. Möglicherweise werde deshalb am Montag eine weitere Magenspülung folgen, kündigte der Zoo an.

Das 27 Kilogramm schwere Tier knabbere jetzt in einem klimatisierten Raum an Eisstückchen, hieß es bei der "Dominion Post". Wenn er mag, dürfe er pürierten Fisch futtern.

Der junge Kaiserpinguin war Anfang der Woche am Strand rund 60 Kilometer nördlich von Wellington aufgetaucht - als erster Pinguin an der neuseeländischen Küste seit 1967. Hunderte Schaulustige eilten herbei.

Warum der Pinguin sich tausende Kilometer von seiner Heimat Antarktis entfernte, blieb unklar. Die Menschen in Neuseeland nannten ihren Besucher "Happy Feet" - in Anlehnung an den gleichnamigen Animationsfilm (2006) über den steppenden Kaiserpinguin "Mumble".

Vielleicht gibt‘s im Februar eine Rückkehr in die Antarktis auf einem Eisbrecher

Mit Plänen zu seiner Zukunft halten sich die Fachleute aber noch zurück. Klar ist: Den kleinen Kerl in die Antarktis zurückzubringen, ist im antarktischen Winter kaum möglich. Ein neuseeländischer Geschäftsmann kündigte an, "Happy Feet" im kommenden Februar eine Passage auf einem russischen Forschungseisbrecher verschaffen zu wollen.

Fachleute warnen allerdings, der Pinguin könne Krankheiten unter seinesgleichen einschleppen. In Neuseeland gebe es keine Möglichkeiten, dem Kaiserpinguin ein dauerhaftes Zuhause zu schaffen, hieß es am Samstag. Es gibt allerdings mehrere Zoos weltweit, die solche Vögel halten.

Das 1967 angelandete Tier war einfach wieder in die Gewässer südlich Neuseelands gebracht worden - sein Schicksal blieb ungewiss.

Kaiserpinguine sind die größte Pinguinart. Sie werden mehr als einen Meter groß und wiegen bis zu 30 Kilogramm. Gefährdet sind die exzellenten Taucher nicht: Bis zu 350.000 der Vögel leben in der Antarktis.

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