Ärzte Zeitung App, 21.10.2014

Doping

Uni Freiburg lehnt Ultimatum ab

Die Sportmedizin an der Uni Freiburg hat eine Dopingvergangenheit, die aufgeklärt werden soll. Doch dabei gibt es offenbar Probleme.

FREIBURG. Im Streit um die Aufklärung ihrer Doping-Vergangenheit geht die Universität Freiburg auf Konfrontationskurs zu Letizia Paoli, der Leiterin der unabhängigen Untersuchungskommission.

Diese müsse wie vereinbart zeitnah ihren Abschlussbericht vorlegen, sagte der Freiburger Universitätsrektor Hans-Jochen Schiewer am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Die von Paoli mit einer Rücktrittsdrohung verbundenen Forderungen werde die Hochschule nicht erfüllen.

"Wir lehnen dieses Ultimatum ab", sagte Schiewer. Paoli habe alle Informationen erhalten, nun brauche die Universität Ergebnisse. Paoli hatte zuvor Behinderungen ihrer Arbeit durch die Hochschule angeprangert und im Nachrichtenmagazin "Spiegel" mit Rücktritt gedroht.

"Die Universität als Auftraggeber und die Öffentlichkeit haben ein Recht darauf zu erfahren, was die Kommission erarbeitet hat", sagte Schiewer. Die Mitglieder der 2007 gegründeten Kommission hätten mehrere Gutachten erarbeitet. Diese müssten von Paoli nun mit einem Abschlussbericht versehen und veröffentlicht werden.

Bericht sollte bis Mai vorliegen

"Wir erwarten, dass Frau Paoli diese Arbeit, wie vereinbart, erledigt", forderte der Hochschulvertreter. Die Uni habe ihren Teil beigetragen. Ursprünglich sollte der Bericht bis Mai dieses Jahres vorliegen.

Zwischen Paoli und der Freiburger Uni hatte es immer wieder Spannungen gegeben, zuletzt im Sommer vergangenen Jahres. Die belgische Wissenschaftlerin hatte im Dezember 2009 den Vorsitz der Kommission übernommen. Diese untersucht die Doping-Vergangenheit, vor allem an der Freiburger Sportmedizin.

Schiewer kündigte zudem die Einrichtung einer "Forschungsstelle Sportmedizin" in Freiburg an. "Das wissenschaftliche Aufarbeiten und die Doping-Aufklärung sind noch lange nicht abgeschlossen. Auch mit den Gutachten der Kommission kommen wir der Wahrheit nur ein Stück näher."

Die Universität fühle sich weiter verpflichtet, ihre Doping-Vergangenheit aufzuarbeiten. (dpa)

Topics
Schlagworte
Doping (111)
Organisationen
Spiegel (1038)
Uni Freiburg (276)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Münchner lernen Zivilcourage

In einem Kurs der Polizei lernen Bürger, wie sie mit Zivilcourage in schwierigen Situationen einschreiten – und sich dabei schützen. mehr »

Zahl importierter Malaria-Erkrankungen stark gestiegen

In den letzten Jahren ist die Zahl der Malaria-Erkrankungen in Deutschland deutlich gestiegen. Die unspezifische Symptomatik führt immer wieder zu potenziell lebensbedrohlichen Fehldiagnosen. mehr »

BGH befreit Durchgangsärzte von Haftung

Für die Folgen eines Fehlers bei der Diagnose und auch der Erstversorgung durch einen D-Arzt haftet nicht der Arzt, sondern die Unfallversicherung. Das hat nun der Bundesgerichtshof klargestellt. mehr »