Ärzte Zeitung, 03.02.2004

Frohe Botschaft für die Freunde von Vitaminpräparaten

STOCKHOLM (bib). Wer regelmäßig oder gelegentlich dem Tagesbedarf entsprechend dosierte Multivitaminpräparate einnimmt, vermindert so möglicherweise die Gefährdung für einen Herzinfarkt, und zwar unabhängig davon, wie gesund jemand sonst lebt.

In einer schwedischen Fall-Kontroll-Studie mit über 3000 Probanden aus der Normalbevölkerung zwischen 45 und 70 Jahren wurde der positive Effekt einer solchen Nahrungsergänzung weder durch Verzehr von Obst, Gemüse und Ballaststoffen, noch durch körperliche Aktivität beeinflußt.

Selbst die Rauchgewohnheiten hatten dabei keine Bedeutung, zumindest nicht bei Männern, so die Forscher um Dr. Christina Holmquist vom Karolinska Institut in Stockholm. Nur Frauen, die rauchten, nützten die Vitamine mehr als Nichtraucherinnen (J Nutr 133, 2003, 2650).

Unter den 386 Frauen und 910 Männern, die einen ersten, nicht-tödlichen Herzinfarkt bekamen, hatten 42 und 27 Prozent Vitaminpräparate genommen, bei den Kontrollpersonen waren es 57 Prozent der 542 Frauen und 35 Prozent der 1143 Männer.

In 80 Prozent der Fälle waren es Multivitamin-Multimineralpräparate. Nach Berücksichtigung klassischer kardiovaskulärer Risikofaktoren betrug das Infarktrisiko für Frauen, die Vitamine nahmen, 0,66 im Vergleich zu denen, die das nicht taten. Bei den Männern betrug das Infarktrisiko 0,79.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »

Wer nicht hören will, den soll die Kita künftig melden

Prävention mit Drohgebärden: Künftig will das Bundesgesundheitsministerium nicht nur mit Bußgeld drohen, sondern auch die Kitas einspannen, um die Verweigerer einer verpflichtenden Impfberatung herauszufischen. mehr »