Ärzte Zeitung, 10.05.2004

Neue Option zur Erhöhung des HDL-Cholesterins

KHK, Diabetes mellitus und metabolisches Syndrom / Anzustreben ist ein HDL-Wert von mindestens 40 mg/dl

BERLIN (gvg). Eine medikamentöse Anhebung des HDL-Wertes im Blut mit dem Nikotinsäurepräparat Niaspan™ kommt außer Patienten mit KHK vor allem Diabetikern und Menschen mit metabolischem Syndrom zugute. Angestrebt werden sollte ein HDL-Zielwert von mindestens 40 mg/dl.

Gerade bei Diabetikern sei der Nutzen einer Nikotinsäure-Behandlung besonders groß, sagte Professor Armin Steinmetz vom St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach. Denn Diabetiker hätten nicht nur oft niedrige HDL-Werte, sondern auch einen erhöhten Triglyceridgehalt im Blut. Auf beides wirke sich eine Behandlung mit Nikotinsäure günstig aus, so Steinmetz auf der Einführungsveranstaltung des Präparats, das in Deutschland vom Unternehmen Merck KGaA vertrieben wird.

Einen Nutzen einer Nikotinsäuretherapie gebe es auch dann, wenn der Wert für das Gesamtcholesterin normal sei oder wenn sich bei einem mit einem Statin behandelten Patienten der LDL-Wert bereits normalisiert habe. Zumindest eine einmalige Überprüfung des HDL-Werts sei in dieser Situation angezeigt, so Steinmetz.

Als anzustrebenden Richtwert für Diabetiker, KHK-Patienten und Menschen mit metabolischem Syndrom empfiehlt Steinmetz einen HDL-Wert über 40 mg/dl. Das decke sich auch mit den Empfehlungen einer internationalen Expertenkommission aus dem Jahr 2002, sagte Steinmetz.

Das neue Präparat ist seit dem 3. Mai in Deutschland verfügbar. In den Zulassungsstudien erhöhte es den HDL-Gehalt im Blut um bis zu 35 Prozent, senkte den Triglyceridwert um durchschnittlich 32 Prozent und den LDL-Wert um durchschnittlich 16 Prozent. Das Medikament enthält den Wirkstoff Nikotinsäure in Retard-Form.

Zugelassen ist es zur Regulation des Fettstoffwechsels in Kombination mit Statinen und in Ergänzung zu einer Umstellung der Ernährung. Angeboten werden Tabletten mit 375, 500, 750 und 1000 mg Wirkstoff. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 1000 bis 2000 mg, und sollte von den Patienten einmal täglich abends eingenommen werden.

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