Ärzte Zeitung, 30.08.2004

Neue Empfehlungen zur LDL-Senkung

Präzisere Risiko-Stratifizierung durch PROCAM-Score plus Berücksichtigung weiterer fünf Risikofaktoren

MÜNCHEN (gvg). Die internationale Taskforce zur Prävention der KHK hat auf dem Europäischen Kardiologie-Kongreß eine neue Leitlinie zur Risikofaktor-abhängigen Senkung des LDL-Cholesterin-Werts vorgestellt. Mit Hilfe neuer Risikofaktoren wie dem koronaren Kalzium-Score sollen künftig Höchstrisikopatienten abgegrenzt werden.

Die Taskforce setzt sich dafür ein, das KHK-Risiko von primär asymptomatischen Personen anhand kardiovaskulärer Risikofaktoren nach dem bekannten PROCAM-Score zu quantifizieren. "Unsere neuen Empfehlungen berücksichtigen jetzt auch den koronaren Kalzium-Score, elf Risikogene sowie Lipoprotein a, Homocystein und das C-reaktive Protein", sagte Stiftungssprecher Professor Gerd Assmann von der Universität in Münster auf einer Veranstaltung der Firma Siemens in München.

Dadurch wird nun die bisherige Hochrisikogruppe im PROCAM-Score noch einmal unterteilt: Liegen nämlich zusätzlich mindestens zwei der fünf neuen Risikofaktoren vor, dann gelten die Patienten künftig als Höchstrisikopatienten. "Für diese Subgruppe empfehlen wir nach der HPS- und der PROVE-IT-Studie nicht mehr eine Senkung des LDL-Werts unter 100, sondern jetzt unter 70 Milligramm pro Deziliter", sagte Assmann.

Doch auch Patienten mit bisher mittlerem Risiko im PROCAM-Score können jetzt präziser klassifiziert werden: Wer bei mittlerem PROCAM-Risiko mindestens zwei der neuen Risikofaktoren aufweist, wird künftig als Hochrisikopatient eingestuft, bei dem der LDL-Wert nicht unter 130, sondern unter 100 Milligramm pro Deziliter liegen sollte.

Weitere Informationen im Web: www.chd-taskforce.com

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