Ärzte Zeitung, 16.03.2006

Intensive Lipidsenkung stärkt auch die Nieren

Studie zu Statin in zwei Dosierungen / Therapie wirkt sich günstig auf glomeruläre Filtrationsrate aus

ATLANTA (ob). Eine starke Reduktion des Cholesterinspiegels mit Atorvastatin verhindert nicht nur deutlich mehr kardiovaskuläre Ereignisse als eine moderate Lipidsenkung. Auch auf die Nierenfunktion hat diese Therapie eine günstigere Wirkung.

Prof. James Shepherd: Verbesserte Endothelfunktion führt möglicherweise zu besserer renaler Durchblutung. Foto: HR

Dafür sprechen Ergebnisse einer neuen Analyse von Daten der Treating to New Targets (TNT)-Studie, die Professor James Shepherd aus Glasgow beim ACC-Kongreß vorgestellt hat.

Zur Erinnerung: In der TNT-Studie haben 10 001 Patienten mit stabiler KHK fünf Jahre lang entweder eine intensive oder konventionelle Lipidtherapie (mit 80 mg oder 10 mg Atorvastatin pro Tag) erhalten.

Durch das intensivere Regime (erreichter LDL-Cholesterinwert: 77 mg/dl) konnte die Rate kardiovaskulärer Ereignisse im Vergleich zur moderateren Therapie (LDL-Wert: 101 mg/dl) signifikant um 22 Prozent gesenkt werden.

Bei 7965 Teilnehmern ist zu Beginn und am Ende der Studie das Serumkreatinin gemessen und daraus die glomeruläre Filtrationsrate (GRF) bestimmt worden. Normalerweise sei mit einem GRF-Abfall von etwa 1 ml/min/1,73 m2 pro Jahr als Zeichen für eine altersbedingt nachlassende Nierenfunktion zu rechnen, so Shep-herd. In beiden Armen der TNT-Studien war jedoch die GRF der Patienten nach fünf Jahren im Schnitt höher als zu Studienbeginn.

Besonders ausgeprägt war der GRF-Anstieg in der Gruppe mit intensiver Lipidsenkung, wobei der Unterschied im Vergleich sowohl zum Ausgangswert als auch zur Gruppe mit moderater Lipidsenkung signifikant war.

Von den Patienten mit initial eingeschränkter Nierenfunktion (GRF unter 60 ml/min) erreichten mit 80 mg Atorvastatin signifikant mehr eine Normalisierung der renalen Funktion als bei konventioneller Therapie (45 versus 37 Prozent).

Blutdruckunterschiede bestanden nicht zwischen beiden Gruppen. Shepherd vermutet deshalb, daß der günstige Effekt auf die Nierenfunktion etwas mit der LDL-Cholesterinsenkung zu tun hat. Möglicherweise werde im Zuge einer verbesserten Endothelfunktion die renale Durchblutung verbessert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

"GOÄ-Novelle bis Ende 2017 ist sportliches Ziel"

Wann kommt die neue GOÄ? Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" verrät GOÄ-Verhandlungsführer Dr. Reinhard genaueres. mehr »

"Harte Hand" schadet dem Schulerfolg

Den Lebenswandel eines Kindes kann ein sehr strenges Elternhaus negativ beeinflussen, belegt eine Studie. mehr »