Ärzte Zeitung, 18.07.2006

Lebensmitteltests - jede sechste Probe ist verdorben

Jahresbericht des Bundesamtes für Verbraucherschutz

BERLIN (dpa/ine). Fast jeder fünfte Lebensmittelbetrieb, der Lebensmittel herstellt, bearbeitet oder verkauft, ist im Vorjahr bei staatlichen Kontrollen negativ aufgefallen.

Die Behörden haben 2005 über eine Million Kontrollen in 592 000 Betrieben gemacht. In etwa der Hälfte aller beanstandeten Fälle haben Firmen gegen Kennzeichnungspflichten verstoßen, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gestern in seinem "Jahresbericht Lebensmittelüberwachung 2005" mit. Oft fehlte beispielsweise das Mindesthaltbarkeitsdatum auf den Packungen.

Die meisten Verstöße wurden bei Eis, Fleisch und Zuckerwaren erfaßt. Fast jede sechste beanstandete Probe war verdorben oder enthielt krankheitserregende Keime. Neun Prozent der Proben wiesen Verunreinigungen durch Rückstände wie Pflanzenschutzmittel, Acrylamid oder Fremdkörper wie Sand oder Glassplitter auf.

In 13 Prozent der beanstandeten Proben entsprach die Zusammensetzung der Lebensmittel nicht den Vorschriften. Beispielsweise wurde Schweinefleisch für Wiener Schnitzel verwendet, das eigentlich aus Kalbfleisch bestehen muß.

Schärfere Sanktionsmöglichkeiten hält das Amt nicht für notwendig. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 15,3 Prozent der Proben, die im Labor untersucht wurden, beanstandet worden. Dieser Wert, so das Bundesamt, sei seit Jahren in etwa gleich geblieben. 2004 lag der Wert bei 14,9 Prozent, 2003 bei 15 Prozent.

Infos zu den Kontrollen unter www.bvl.bund.de, Stichwort Aktuelles.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Im Sushi war der Wurm drin

Der Hinweis aufs Sushi brachte die Ärzte auf die richtige Spur. Statt den Patienten wegen Verdachts auf akutes Abdomen zu operieren, führten sie eine Gastroskopie durch. mehr »

Berichte, Videos und Tweets rund um den Deutschen Ärztetag

Begleiten Sie den 120. Deutschen Ärztetag in Freiburg mit uns online. Die "Ärzte Zeitung" berichtet vom 23.-26.5. live und aktuell über alle wichtigen Ereignisse und Debatten. mehr »

Importierte Infektionen führen leicht zu Diagnosefehlern

Wann muss ein Arzt für eine Fehldiagnose gerade stehen? In einem aktuellen Fall entschied das Oberlandesgericht Frankfurt gegen einen Arzt. mehr »