Ärzte Zeitung, 07.11.2006

Viel Fleisch, zu wenig Obst - jeder fünfte Sachse ist adipös

Neue Verzehrstudie vorgestellt / 1293 Menschen befragt

DRESDEN (dür). Sachsen essen immer noch zuviel Wurst und Fleisch und deutlich zu wenig Gemüse. Zwar zeigt die zweite sächsische Verzehrstudie, daß Ernährungsaufklärung fruchtet. Denn im Vergleich zu 1999 haben die Menschen mehr Milchprodukte, Obst, Kartoffeln und Getreide gegessen. Andererseits hat der Anteil adipöser Menschen deutlich zugenommen.

Das Salatblatt im Hamburger nützt nicht: Menschen in Sachsen ernähren sich zu oft ungesund. Foto: dpa

Jeder zweite Erwachsene und jedes sechste Kind hat Übergewicht oder ist adipös. Das ist eine Kernaussage der kürzlich vorgestellten Verzehrstudie.

Im Vergleich zu 1999 stieg im Jahr 2005 der Anteil adipöser Frauen von 16 auf 18 Prozent. Bei Männern nahm der Anteil von Adipösen im gleichen Zeitraum noch stärker zu, und zwar von 13 auf 21 Prozent. Mit diesem Anteil übergewichtiger Menschen liegt Sachsen im Bundesvergleich hinter den anderen neuen Ländern auf Platz fünf. Der Anteil der Übergewichtigen steigt mit dem Alter, bei Männern bereits ab 25 Jahren, Frauen nehmen ab dem 36. Lebensjahr zu.

Der Studie zufolge besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Übergewicht und der sozialen Schicht, und zwar unabhängig vom Geschlecht. "Angehörige der Unterschicht sind häufiger adipös", stellen die Forscher fest.

Bei Kindern ging der Anteil derer, die normalgewichtig sind, in den vergangenen sechs Jahren von 80 auf 71 Prozent zurück. Dies wird einerseits mit der Zunahme der Kinder mit Übergewicht oder Adipositas von elf auf 15,5 Prozent erklärt, andererseits mit dem Anstieg untergewichtiger Kinder von 6,6 auf 8,6 Prozent. Wegen der kleinen Stichprobe (141 Kinder) sollten die Verschiebungen aber nicht überbewertet werden. Nach Erhebungen der Jugendärzte in Sachsen waren 2004/2005 4,9 Prozent der eingeschulten Kinder übergewichtig, 3,2 Prozent adipös.

Für die Studie wurden 1293 Sachsen im Alter zwischen vier und 80 Jahren befragt. Sie erhielten zwischen November 2004 und Juli 2005 einen standardisierten Fragebogen und ein Ernährungstagebuch. Die Studie wurde von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erstellt.

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