Ärzte Zeitung online, 11.08.2008

Kinderärzte kritisieren Hysterie um Ü-Eier

MÜNCHEN (dpa). Kinderärzte haben die Hysterie um ein angeblich drohendes Verbot von "Überraschungseiern" kritisiert.

"Kinder lieben diese Eier, wir sollten ihnen den Spaß daran nicht verderben", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Hansjosef Böhles, dem Nachrichtenmagazin "Focus". Für Kinder sei es viel gefährlicher, eine Nuss einzuatmen als ein winziges Plastikspielzeug. Nüsse enthielten ätherische Öle, die sofort großen Schaden in der Lunge hervorriefen, sagte der Mediziner der Universität Frankfurt am Main. Trotzdem sei es absurd, Nüsse deswegen zu verbieten.

Die Bundestags-Kinderkommission hatte zuvor den Verzicht auf Spielzeug in Süßigkeiten gefordert. Damit solle vermieden werden, dass ein Kind vielleicht an einem Spielzeug aus einem solchen Kombinationsprodukt ersticken könnte.

Ein Verbot des beliebten "Überraschungseis" sei aber nicht geplant, stellte Kommissionsmitglied Miriam Gruß (FDP) klar. Die Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder" warnte vor Gefahren durch kleines Spielzeug in Nahrungsmitteln. Die Süßwarenindustrie wies die Forderung nach einem Verzicht auf solche Kombinationsprodukte zurück, da Gesundheitsgefahren nicht nachgewiesen seien.

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