Ärzte Zeitung online, 30.01.2009

Uran im Trinkwasser - Behörde gibt Antworten

BERLIN (nös). In einem neuen Fragen-Antwort-Katalog informiert das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) über Uran im Trinkwasser. Anlass dafür sind jüngste Medienberichte über uranhaltige Düngemittel.

Anlass zur Sorge gibt es nach Angaben der Behörde nicht. Aber sie verweist auf Risiken, die etwa durch eine längere Inkorporation entstehen. Uran kommt dem BfR zufolge in Lebensmitteln nur in geringen Mengen vor. Deswegen gehe von Trink- und Mineralwässern im Hinblick auf die Radioaktivität kein Risiko aus.

Problematisch könnten allerdings die chemischen Eigenschaften des Stoffes sein, wenn Uran über einen längeren Zeitraum in höheren Konzentrationen aufgenommen wird. Uran ist sehr giftig und wirkt besonders auf die Nieren chemotoxisch. Dort kann das Metall zu Funktionsstörungen und sogar zu einem Nierenversagen führen.

Offizielle Grenzwerte gibt es laut BfR weder auf nationaler noch auf europäischer Ebene. Das gilt auch für Mineral-, Quell- und Tafelwasser - mit einer Ausnahme: Werden solche Wässer Säuglingsnahrung angeboten, dürfen sie nicht mehr als 2 Mikrogramm Uran pro Liter enthalten.

Im Jahr 2006 hatte die Behörde Uran in solchen Mineralwässern bewertet und diesen Höchstgehalt empfohlen. Mittlerweile ist der Höchstgehalt in die Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser aufgenommen worden.

Grundsätzlich ist auch Trinkwasser für Säuglingsnahrung geeignet, betont das Bundesinstitut. Eine Ausnahme sei jedoch Wasser aus wenigen Regionen Deutschlands. Dort könne der Urangehalt deutlich oberhalb des Leitwertes von 10 Mikrogramm Uran pro Liter liegen. In diesen Regionen sollten Eltern Säuglingsnahrung vorsorglich mit Mineralwässern zubereiten, die speziell dafür gekennzeichnet sind.

Ausgewählte Fragen und Antworten zu Uran in Mineralwasser: http://www.bfr.bund.de/cd/27956

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