Ärzte Zeitung online, 12.05.2009

Kooperation im Dienste der Verbraucher-Information

BERLIN (eb). "10 000 Tote durch Acrylamid" - das ist nur eine von vielen Schlagzeilen, die Verbraucher in den vergangenen Jahren verunsichert haben. Die Risikobewertung von unerwünschten Stoffen in Lebensmitteln ist häufig geprägt von negativer und plakativer Berichterstattung. Objektive Einschätzungen sind vor diesem Hintergrund gefragter denn je. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und der aid infodienst haben daher am Montag eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.

"Wir möchten den gefühlten Risiken künftig zusätzlich gemeinsam objektive Informationen über die tatsächliche Größe von Risiken entgegensetzen", sagte BfR-Präsident Professor Andreas Hensel anlässlich der Unterzeichnung der Vereinbarung in Berlin. "Schnellere Kommunikationswege vom Verbraucher zu den Wissenschaftlern und umgekehrt werden dabei helfen, Verunsicherungen vorzubeugen." Die Zusammenführung von wissenschaftlicher Risikobewertung mit der zielgruppengerechten Information der Verbraucher ist ein wesentlicher Kern der Kooperation. "Wenn man mit einer Stimme spricht, kann das die Kommunikation mit dem Verbraucher weiter stärken", ergänzte Dr. Margret Büning-Fesel, Geschäftsführender Vorstand des aid.

Beide Partner arbeiten unabhängig und orientieren ihre Arbeitsergebnisse an wissenschaftlichen Erkenntnissen. Bereits bestehende Kontakte werden durch die Vereinbarung verstärkt. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe werden künftig die jeweiligen Themen- und Arbeitsfelder ermittelt und abgesteckt.

Der aid als Institution, die sehr eng mit den Verbrauchern in Kontakt ist, wird dabei die Themen einbringen, die Verbraucherinnen und Verbraucher unmittelbar bewegen. Die Wissenschaftler des BfR versorgen den aid mit den nötigen wissenschaftlichen Fakten zu den einzelnen Fragestellungen.

Ein aktuelles Beispiel für die Zusammenarbeit ist die Überarbeitung des aid-Faltblatts "Acrylamid - 10 Fragen, 10 Antworten", das in den nächsten Wochen veröffentlicht wird. Des Weiteren arbeiten beide Institutionen an einem heiß diskutierten Thema, das immer mehr Menschen verunsichert, weil es kaum Informationen dazu gibt: Nanotechnologie bei Lebensmitteln. Diese Informationslücke wird der aid in Kürze mit einem Flyer für Verbraucher schließen.

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