Ärzte Zeitung online, 31.07.2009

Auch bei Corned Beef wird gemogelt

WIESBADEN(dpa). Nach Schummel-Schinken und Käse-Imitaten nun auch Mogel-Corned-Beef: Hessische Lebensmittelkontrolleure haben bei Untersuchungen von Corned Beef rund 87 Prozent der Proben als minderwertig eingestuft. Das sagte der Staatssekretär im hessischen Verbraucherschutzministerium, Mark Weinmeister (CDU), am Donnerstag dem Radiosender hr-info. "Dieses Ergebnis ist erschreckend und skandalös."

Bei 13 von 15 vom Landeslabor untersuchten Proben, die als Corned Beef gekennzeichnet waren, sei der vorgeschriebene Anteil an Muskelfleisch ohne Fett und Bindegewebsanteile unterschritten gewesen. Zudem habe mehr als die Hälfte der Proben wegen fehlerhafter oder fehlender Kennzeichnung von Zusatzstoffen beanstandet werden müssen. Nur eine einzige Probe sei einwandfrei gewesen.

Corned Beef, also zerkleinertes, gepökeltes und im eigenen Saft gekochtes Rindfleisch, müsse mindestens 18 Prozent hochwertiges Muskelfleisch enthalten, betonte Weinmeister. Beim "Deutschen Corned Beef" müssten es noch mindestens 14 Prozent sein. Hier sei es erlaubt, den Gewichtsverlust beim Garen durch Kochbrühe sowie durch Schwarten oder Speisegelatine auszugleichen.

Aber selbst bei "Deutschem Corned Beef" sei noch gemogelt worden. "Das ist Betrug am Verbraucher und zeigt, dass nicht nur bei Käse und Schinken, sondern auch beim Corned Beef übelster Etikettenschwindel betrieben wird", sagte Weinmeister.

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