Ärzte Zeitung online, 12.08.2009

Giftpflanze im Rucola: Für Laien nicht zu unterscheiden

BONN (dpa). Nach der Entdeckung von Giftpflanzen in Rucola-Salat aus dem Supermarkt hat ein Bonner Wissenschaftler vor den Risiken für die Gesundheit gewarnt. Es handele sich um das vor allem für die Leber gefährliche Gemeine Greis- oder Kreuzkraut (Senecio vulgaris), sagte Helmut Wiedenfeld vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Bonn.

"Ich bin zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen", sagte Wiedenfeld nach der Analyse einer kleinen Rucola-Packung aus einem Supermarkt bei Hannover. Diese 146 Gramm Salat hätten 2608 Mikrogramm eines giftigen Pyrrolozidinalkaloids enthalten. Schon geringe Mengen könnten gesundheitsschädlich sein. "Regelmäßige Einnahme über längere Zeit kann Leberkrebs erzeugen", warnte der Wissenschaftler.

Das Risiko für den Verbraucher sei, dass er als Laie das giftige Kraut zwischen Salatblättern kaum erkennen könne. "Laien können im Prinzip keinen Unterschied zwischen Rucola und der Giftpflanze sehen", sagte Wiedenfeld. Auch in anderen Supermärkten habe es schon verdächtige Funde gegeben. "Weitere Proben sind mir zur Prüfung angekündigt", sagte der Wissenschaftler. Er habe die Ergebnisse seiner Untersuchung auch dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin zugeleitet, bisher aber keine Antwort erhalten.

Lesen Sie dazu auch:
Kunde entdeckt giftige Pflanze in Supermarkt-Salat

Topics
Schlagworte
Ernährung (3309)
Panorama (30261)
Organisationen
Uni Bonn (484)
Krankheiten
Leberkrebs (393)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Diabetes-Risiken sind alarmierend häufig

Mehr als 21.000 Passanten in Einkaufszentren haben in den vergangenen zehn Jahren bei der Aktion "Gesünder unter 7" ihr Diabetes-Risiko abklären lassen. Die Ergebnisse sind dramatisch. mehr »

"Man schafft viel"

Anja Junker ist "Ärztin ohne Grenzen": Vier Einsätze in Afrika und Südamerika hat die 43-Jährige für die Organisation absolviert. Manche brachten sie an die Grenze der Erschöpfung. mehr »

Lösung für Hygienemuffel

Ärzte in Kliniken sind anscheinend oft größere Hygienemuffel als ihre Patienten. Denn sie desinfizieren sich seltener die Hände – gerade in sensiblen Bereichen. mehr »