Ärzte Zeitung, 20.04.2004

Frerichs-Preis für Studie zum Sarkoidose-Gen

Preisträger ist Dr. Jochen Hampe aus Kiel / Genmutation auf dem Chromosom sechs identifiziert

WIESBADEN (ug). Mit dem diesjährigen Theodor-Frerichs-Preis ist Dr. Jochen Hampe aus Kiel ausgezeichnet worden für seine Arbeit zum Sarkoidose-Gen.

Frerichs-Preisträger: Dr. Jochen Hampe (links), Preisträger 2004, Professor Ulrich R. Fölsch, Preisträger 1979. Foto: sbra

"Einer der Höhepunkte der Eröffnungsfeier des Internistenkongresses ist die Verleihung des Theodor-Frerichs-Preises", sagte Kongreß-Präsident Professor Ulrich R. Fölsch aus Kiel in Wiesbaden. Denn dieser mit 20 000 Euro dotierte Preis ist die höchste Auszeichnung, die die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) jährlich vergibt. "Erfreulicherweise" seien diesmal 17 Arbeiten eingereicht worden, so Fölsch, der übrigens 1979 selbst Frerichs-Preisträger war.

Das Rennen gemacht hat Dr. Jochen Hampe, der am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel arbeitet. Er hat in seiner Studie gezeigt, daß eine Mutation eines Gens auf dem Chromosom sechs maßgeblich mitentscheidend ist, ob ein Mensch an Sarkoidose erkrankt. "Die Ergebnisse führen einen entscheidenden Schritt vorwärts auf dem Weg zum Verständnis der Sarkoidose", betont das aus fünf Mitgliedern der DGIM bestehende Preiskomitee, das sich einstimmig für Hampes Studie entschieden hat.

Hampe sei übrigens kein Pneumologe, wie man bei einer solchen Studie vermuten würden. "Sondern er will Gastroenterologe werden", freute sich der Gastroenterologe Fölsch.

Der Theodor-Frerichs-Preis ist benannt nach dem Vorsitzenden des ersten Internistenkongresses in Wiesbaden im Jahre 1882.

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