Ärzte Zeitung, 08.10.2004

Mitentdecker der DNA-Struktur Wilkins gestorben

LONDON (dpa). Mit dem Medizin-Nobelpreisträger von 1962 Maurice Wilkins ist jetzt der dritte von vier Entdeckern der DNA-Struktur gestorben.

Wilkins und Rosalind Franklin durchleuchteten vor rund einem halben Jahrhundert die DNA mit Röntgenstrahlen. Aus den daraus entstandenen Bildern schlossen James Watson und Francis Crick später auf die Doppelhelix-Struktur der DNA. Mit diesen beiden Forschern erhielt Wilkins 1962 den Medizin-Nobelpreis. Franklin war vor Zuerkennung des Preises gestorben.

Wie das Londoner King’s College mitteilte, starb Wilkins im Alter von 87 Jahren bereits am Dienstag im Kreis der Familie in einem Krankenhaus. Der Forscher war seit 1981 emeritierter Professor der Hochschule. Im vergangenen Jahr nahm er noch an den Feiern zum 50. Jahrestag der Entdeckung der DNA-Struktur 1953 teil.

"Professor Wilkins war eine herausragende Figur, einer der größten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts und ein Mann von großer Menschlichkeit", würdigte der Direktor des King’s College, Rick Trainor, seinen Kollegen.

Maurice Hugh Frederick Wilkins wurde am 15. Dezember 1916 in Neuseeland geboren. Als Wissenschaftler arbeitete er zunächst am Manhattan-Projekt, dem US-Programm zum Bau der Atombombe. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war der Forscher außerordentlicher Professor für Physik an der schottischen St.-Andrews-Universität.

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