Ärzte Zeitung, 26.11.2004

Meßkapsel in Arterie soll in Zukunft Blutdruck überwachen

Forschungsministerium fördert innovative Projekte mit 2,2 Millionen Euro

DÜSSELDORF (ner). Minikapseln, die im Körper den Blutdruck messen und nach außen funken, ein Laser, der nach einmaliger Behandlung für immer vor Karies schützt - bei der Medica in Düsseldorf hat das Bundesforschungsministerium (BMBF) elf solcher Projekte ausgezeichnet. Sie werden mit insgesamt 2,2 Millionen Euro gefördert.

Nur einmal im Leben zum Zahnarzt gehen - das soll mit einer neuen Lasertherapie möglich werden, die Professor Raimund Hibst von der Universität Ulm entwickelt. Hibst will die Zähne dauerhaft mit Laserlicht vor Karies schützen, indem er durch ultrakurze Laserimpulse die Kristallstruktur deutlich verbessert und die Säureempfindlichkeit des Zahnschmelzes verringert. In Kombination mit Fluor soll das der ultimative Schutz gegen Karies sein.

Gelingt es, hätte dies erhebliche gesundheitsökonomische Bedeutung: Pro Jahr würden 20 Milliarden Euro in Deutschland ausgegeben, um Zahnschäden zu sanieren, so Hibst. Um sein Projekt zu verwirklichen, erhält sein Team 200 000 Euro vom BMBF.

Ebensoviel Geld erhält eine Arbeitsgruppe aus Aachen, die eine nur drei Millimeter große Blutdruck-Meßkapsel entwickelt, welche in der linken Pulmonalarterie platziert wird und Blutdruckdaten aus dem Körperinneren senden soll. Das Instrument wäre geeignet für die Überwachung instabiler Patienten mit chronischen Herzerkrankungen.

Die vom BMBF geförderten elf Forschungsprojekte sind von einer Jury aus 99 Anträgen ausgewählt worden.

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