Ärzte Zeitung online, 10.02.2010

Chef de Mission: Stillschweigen über "Ärzte-Streit"

VANCOUVER (dpa). Die deutsche Teamleitung und die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) haben Stillschweigen zum "Ärzte-Streit" während der Olympischen Winterspiele vereinbart. "Für die Dauer der Spiele ist es kein Thema", sagte Chef de Mission Bernhard Schwank am Dienstag in Vancouver.

Olympiasiegerin Anni Friesinger-Postma hatte scharfe Kritik an der Auswahl von Gerald Lutz als Olympia-Arzt der DESG geübt. Daraufhin hatte DESG-Präsident Gerd Heinze der Athletin, die am Montag im Winterspiele-Ort eingetroffen ist, mit Konsequenzen gedroht.

Der Mediziner Lutz war der Teamarzt der deutschen Mannschaft, als Claudia Pechstein bei der Mehrkampf-WM im Februar 2009 in Hamar/Norwegen erstmals vom Weltverband ISU über ihre erhöhten Retikulozyten-Werte informiert wurde. Dreieinhalb Monate später wurde sie für zwei Jahre gesperrt.

"Wir haben Vertrauen in unsere Athleten, Ärzte und Betreuer", sagte Schwank. Zu den von der DESG angedrohten Konsequenzen für Friesinger wollte er keine Stellung beziehen.

Auch Anni Friesinger hatte kurz nach ihrer Ankunft angekündigt, während der Winterspiele nichts mehr zum Ärzte-Thema sagen zu wollen. "Hier konzentriere ich mich nur noch auf den Sport", sagte die 33- Jährige.

Topics
Schlagworte
Events (701)
Personen
Claudia Pechstein (38)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Hauttest spürt Parkinson auf

Wie können Ärzte zuverlässig Parkinson erkennen? Eine Biopsie könnte die Lösung sein. Forscher haben hier Unterschiede zwischen Kranken und Gesunden aufgespürt. mehr »

Ein Dorf nur für Geflüchtete

Einmal in Deutschland angekommen, müssen viele Flüchtlinge einen neuen, nun geschützten Alltag finden. Das "Michaelisdorf" in Darmstadt hilft Frauen und ihren Kindern dabei - trotz kultureller Hürden. mehr »

Robo-Baby macht Lust auf echte Kinder

Eigentlich sollten schreiende Babysimulator-Puppen Teenager von Schwangerschaften abhalten. Doch das Gegenteil ist der Fall, fanden nun australische Forscher heraus. mehr »