Ärzte Zeitung, 10.04.2012

Das Projekt Freizügigkeit wird Realität

Das Projekt Freizügigkeit wird Realität

Europa, im Frühjahr 1989. Die zwölf Mitgliedsstaaten der Europäischen Union stehen kurz vor der Vollendung eines der wichtigsten Ziele der Gemeinschaft: die Verwirklichung der Freizügigkeit.

Das Projekt Freizügigkeit wird Realität

Am 15. März 1989 veröffentlicht die "Ärzte Zeitung" eine Europa-Umfrage unter 1100 niedergelassenen Ärzten aus sieben EU-Mitgliedsstaaten.

Bürger der EU-Mitgliedsstaaten sollen ohne staatliche Hindernisse am Ort ihrer Wahl leben und arbeiten dürfen.

Mit Blick auf die ab dem 1. Januar 1993 in Kraft tretende Freizügigkeit haben sieben führende Medizin-Fachzeitschriften, darunter die "Ärzte Zeitung" eine Umfrage unter insgesamt 1100 niedergelassenen Ärzten organisiert, um zu erfahren, welche Auswirkungen die EU-weite Niederlassungsfreiheit haben wird.

Erstaunlich ist, dass die deutschen Ärzte - trotz befürchteter Medizinerschwemme - die Freizügigkeit überwiegend begrüßen. 70 Prozent rechnen damit, dass die Zahl von Kollegen aus dem EU-Ausland steigen wird.

Als Land der ersten Wahl gilt für die deutschen Ärzte Frankreich, es folgen Italien und Spanien.

Tatsächlich läuft es anders: Großbritannien, das chronisch unter Ärztemangel leidet und deshalb verlockende Konditionen bietet, wird bei jüngeren deutschen Ärzten der wichtigste EU-Auslandsarbeitsmarkt.

Nicht einmal ein Jahr später soll die europäische Freizügigkeit eine völlig neue Dimension bekommen: Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs wird die bis dahin auf Westeuropa beschränkte Freiheit für alle Europäer Realität. (HL)

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