Ärzte Zeitung, 19.04.2012

Highlights 1990

Ein Lob auf die DDR-Sportmedizin

Ein Lob auf die DDR-Sportmedizin

Tauberbischofsheim, 4. Oktober 1990. In der "Ärzte Zeitung" berichtet der DDR-Schwimmstar, der Arzt Roland Matthes, über die sportmedizinische Betreuung in der DDR.

"Es war ein riesiges Spinnennetz, aus dem kein Sportler ausbrechen konnte. Jeder Athlet erhielt einen Gesundheitspass... Der Verbandsarzt war immer umfassend informiert."

Einzige Negativseite sei die Tatsache gewesen, dass der Athlet keinen Einfluss auf die Wahl des ihn betreuenden Arztes hatte. Und wie war das mit Doping, auch von Kindern? Kein Wort.

[19.04.2012, 14:16:01]
Dr. Horst Grünwoldt 
DDR-Sport
Die Organisation des ostdeutschen Sports war wohl einmalig perfekt in der Welt; und zwar sowohl in der Breite, wie auch in der Spitze.
Die Förderung des Breitensports diente gewiß zu allererst dem hohen Ziel der Volksgesundheit.
Zugleich natürlich auch der Sichtung besonderer Talente, die dann zu Weltklasse-Athleten und Olympia-Siegern durch Intensivbetreuung und moderne Trainingsmethoden geformt wurden. Dafür hat der ostdeutsche Staat keine materiellen und personellen Aufwendungen gescheut, und sich vielleicht, zu allerletzt auch darin volkswirtschaftlich übernommen.

Es sind aber nach m.E. nicht die Sportorganisationen und Institutionen, die das Ende der DDR herbeigeführt haben, sondern die Un-Produktivität des größten Militär-Polizei-Funktionärs- und Spitzelstaats-Apparates auf der Welt (gemessen an nur 17 Millionen leistungsfähigen Einwohnern) mit seiner aberwitzigen SED- und ZK- verordneten Planwirtschaft zu Lasten der leistungsbereiten Bevölkerung.
Daß die frühere DDR mit ihren großartigen Wettkämpfern internationalen Eindruck gemacht hat, und das Ziel der staatlichen Anerkennung unter den Ländern der Welt verfolgte -und geschafft hat-, ist nur legitim.
Da spielt es in der Rückschau für uns als Gesamtdeutsche auch gar keine Rolle, daß es eine zeitlang zwei Nationalhymnen und zwei verschiedene Embleme an zwei verschiedenen, -aber jeweils schicken Trikots-, gegeben hat.
Vielmehr war es vor den Augen der anderen Nationen wichtig und hat uns alle Deutschen stolz gemacht: Es wurde jedesmal die Fahne "Schwarz-Rot-Gold" der beiden -aus der Kriegsasche wieder ruhmreich neu erstandenen- deutschen Staaten hochgezogen.
Und darin haben sich sowohl ost- wie auch westdeutsche Politiker gesonnt!
Die Annalen des Sports sind geschrieben, und darin bleiben zahlreiche deutsche Weltklasse-Athleten, -wie Marita Koch oder Annegret Richter, Armin Hary oder Jan Ullrich u.v.a.- für alle Zeiten verewigt.
Und sie alle haben in den Jahrzehnten der unseligen Ost-West-Teilung niemals untereinander einen "Kalten Krieg" geführt, sondern uns heiße und faszinierende Sporterlebnisse geliefert.
Natürlich sind den verletzungsanfälligen Hochleistungs-Sportlern auch jederzeit die Mittel der modernen Sportmedizin zur Prophylaxe, Therapie oder Rekonvaleszens ohne jede Einschränkung, und befreit von "Doping"-Verdächtigungen, zur Verfügung zu stellen!
Darüber sollten einmal die unsportlichen Herren und Damen des IOC, der NADA und WADA nachdenken!
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (ein alter Sportsmann), Rostock. zum Beitrag »

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