Ärzte Zeitung, 15.08.2012

Highlights 2005

Drama um Zeugin Jehovas

Drama um Zeugin Jehovas

Juli 2005. Unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes stirbt eine 32jährige Frau im Krankenhaus Landau/Isar an den Folgen zu hohen Blutverlustes. Die Zeugin Jehovas habe eine Bluttransfusion abgelehnt, so Oberstaatsanwalt Alfons Obermeier.

Bei der Obduktion seien keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gefunden worden. "Die Mediziner haben sich richtig verhalten."

Nach der Geburt war es nach Angaben von Chefarzt Bernd Probach zu Nachblutungen gekommen, die sich nicht stillen ließen. Daraufhin habe der Frau die Gebärmutter entnommen werden müssen.

"Für die Klinikmitarbeiter war es ein Drama, der Mutter nicht helfen zu dürfen", berichtet der Chefarzt.

Juristen stellen klar, dass sich die Mediziner richtig verhalten haben. Denn Ärzte, die Zeugen Jehovas gegen deren Willen Blutkonserven verabreichen, machen sich der vorsätzlichen Körperverletzung schuldig.

Das Recht auf Selbstbestimmung gehöre zu den Grundsätzen der deutschen Verfassung und habe deshalb auch Eingang in die Berufsordnungen der Ärzte gefunden.

Entsprechend habe der Arzt bei der Behandlung des Patienten mit ihm die Menschenwürde, die Persönlichkeit, den Willen und besonders das Recht auf Selbstbestimmung zu achten.

[16.08.2012, 10:04:27]
Dr. Waldemar Hirch 
mehr Fortbildung notwendig
für alle Beteiligten ein dramatischer Fall. Die Frage die sich hier stellt ist jedoch, ob es nicht durch bessere Fortbildungsmaßnahmen für Ärzte durch beispielsweise verbessertes "Patient Blood Management" möglich gewesen wäre den Blutverlust weiter zu minimieren und so die Patientin womöglich zu retten. Warum wird die sogenannte" blutlose Chirurgie" in den USA und in anderen Ländern in Krankenhäusern erfolgreich durchgeführt und hier gibt es Ärzte die noch nicht mal von diesen Methoden gehört haben? Siehe: http://www.englewoodhospital.com/ms_bloodless_home.asp Ca. 140 weitere US-Klinken bieten planbare CHirurgie völlig ohne Bluttransfusionen an und habe äußerst gute Ergebnisse vorzuweisen.
Es ist offenbar leichter die Schuld an solch dramatischen Ergebnissen einer OP dem Patienten vorzuhalten, als sich um eine größere Kompetenz zu bemühen.


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