Ärzte Zeitung online, 10.09.2011

Erinnerungen: "Meine erste Vermutung war, dass die CIA die Finger im Spiel haben muss"

Dr. Karlheinz Bayers erste Vermutung war es, dass die CIA mitbeteiligt war. Als das Wort "al-Qaida" auftauchte, wuchs bei ihm die Überzeugung, dass der 11. September 2011 ein Alibi für den zweiten Irakkrieg war.

Erinnerungen: "Meine erste Vermutung war, dass die CIA die Finger im Spiel haben muss"

Der 11. September war ein Dienstag, und ich habe gegen 16 Uhr von dem "Flugzeugunglück" in NY gehört. Gegen 18 Uhr habe ich die ersten Bilder gesehen.

Ein Attentat. Vier Attentate mit vier Flugzeugen. Bis morgens um 4 Uhr habe ich, wie sicherlich alle anderen, nur ferngesehen und telefoniert. Meine erste Vermutung war, dass die CIA ihre Finger irgendwie im Spiel haben muss.

Zum ersten Mal tauchte dann irgendwann in der Nacht ein Wort namens "al-Qaida" auf.

Ich sah George Bushs Gesicht in einer Vorschulklasse in Florida und hörte ihn sinngemäß an einem der nächsten Tage sagen: "Von nun an wird zurückgeschossen!".

Für vier Attentate dieser Art müssen 30 Menschen oder mehr monatelang generalstabsmäßig planen. Es darf keiner dieser Menschen über Monate auch nur ein Wort dazu verlieren. Und es darf niemand von außen etwas davon erfahren (..).

Der 11. September 2001 war sicher ein Alibi für den zweiten Irakkrieg und die Militärausgaben, welche die USA an den Rand des Ruins getrieben haben. Saddam Hussein war eine Marionette der USA, Osama Bin Laden pflegte Milliarden-Geschäfte mit den USA.

Die Rüstungsindustrie ist der einzige Gewinner, vielleicht die Rüstungs- und die Ölindustrie.

In den Kriegen nach dem 11. September sind tausendmal mehr Menschen ums Leben gekommen als in den Zwillingstürmen.

Am Wochenende sind in Libyen Dokumente gefunden worden, welche die enge "freundschaftliche" Zusammenarbeit zwischen dem US-Geheimdienst und dem Geheimdienst Libyens offen legen.

Die Welt ist trotz des "Anti-Terror-Kriegs", ein vorher unbekanntes Wort, keineswegs sicherer geworden.

Und was machen wir?

Statt wissen zu wollen, was da passiert ist, werden wir uns die Bilder von vor 10 Jahren erneut anschauen, erschüttert sein und uns einlullen lassen. Wir wissen nichts. Wir haben zehn Jahre lang verpasst, uns schlauzumachen.

Zum Special "9/11 - Zehn Jahre danach"

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