Ärzte Zeitung online, 16.06.2010

Fußball-WM: Laser gefährden Augen der Spieler

Fußball-WM: Laser gefährden Augen der Spieler

AALEN (dpa). Sie leuchten nur für Sekundenbruchteile auf - aber mit fataler dauerhafter Wirkung: Strahlen von sogenannten Hochleistungslasern, wie sie beim WM-Spiel Argentinien gegen Nigeria von Zuschauern auf die Spieler gerichtet wurden, können die Netzhaut des Auges punktuell erhitzen und bleibende Schäden verursachen.

Die in Deutschland verbotenen Geräte überschritten die zulässigen Leistungsgrenzwerte um das bis zu 80fache, warnt der Aalener Augenoptik-Professor Jürgen Nolting. Da helfe auch kein Lidschlussreflex oder instinktives Wegschauen.

Nolting selbst hatte das Spiel am vergangenen Samstag angeschaut und dabei die grünen Lichtpunkte entdeckt. Er ist sich sicher, dass diese von einem der verbotenen Hochleistungslaser stammten, denn bei Tageslicht seien herkömmliche Laserpointer nicht in der Lage, über derart große Entfernungen zu strahlen. "Das ist mehr als ein dummer Jungenstreich oder grober Unfug", sagte er. Nolting hat deshalb dem Fußballweltverband FIFA geschrieben und auf die Gefahr hingewiesen.

Bei den Lasern kommt die Strahlung des Lasers aus einem Punkt und wird dann auf der Netzhaut auch wieder auf einen Punkt abgebildet, was zu deren starken Überhitzung führe, erklärt Nolting. In der Folge könne sich dann eine Art blinder Fleck bilden.

Nolting hat mit seinem Team die Gefährlichkeit der Laser bereits im Jahr 2008 untersucht. Auslöser war ein Testspiel Deutschlands gegen Österreich, bei dem mehrere Spieler geblendet wurden. Das Ergebnis sei "erschreckend" gewesen, sagt Nolting. Bereits bei einer Entfernung von 50 Metern reiche eine Blendzeit von gerade mal einer Zehntelsekunde aus, um die zulässigen Grenzwerte zu überschreiten. Und gerade bei Einwürfen oder Ähnlichem seien die Spieler so konzentriert, dass die Schutzreflexe versagten.

Als Teil der Studie hatten die Forscher auch untersucht, wie leicht man in Deutschland über Internetauktionshäuser an die verbotenen Geräte kommt. Die meisten kamen von einem britischen Händler, berichtet er. Sie seien versteckt als Hochleistungslaser gekennzeichnet gewesen und über das Internet seien dann auch gleich Umbautipps mitgeliefert worden, um die Wirkung zu steigern. Strengere Kontrollen seien daher notwendig, um die Einfuhr und den Verkauf solcher Geräte effektiv zu verhindern.

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