Ärzte Zeitung online, 22.06.2010

Lahm & Co. wollen wie Löwen kämpfen

Lahm & Co. wollen wie Löwen kämpfen

ERASMIA (dpa). Mit Rugby haben sich die deutschen Fußballer im Training für den entscheidenden WM-Kampf gegen Ghana heiß gemacht. "Wir werden Löwen sehen, die deutschen Löwen", kündigte Teammanager Oliver Bierhoff eine entschlossene deutsche Nationalmannschaft für das alles entscheidende Gruppenfinale bei der Weltmeisterschaft am 23. Juni in Johannesburg an.

"Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass wir das Achtelfinale erreichen", versprach Kapitän Philipp Lahm den Fans in der Heimat.

Auf dem Trainingsplatz und in Teamsitzungen versucht Joachim Löw, seine junge Mannschaft optimal auf die extreme Drucksituation vorzubereiten; noch nie ist eine deutsche Mannschaft bei einem WM-Turnier in der Vorrunde ausgeschieden. Nur ein Sieg garantiert dem dreimaligen Weltmeister den Einzug ins Achtelfinale. "Ich bin mir sicher, dass wir die nächste Runde erreichen", verkündete der Bundestrainer, "die Mannschaft ist von der Psyche nicht labil."

Nur noch ein Tag bleibt Löw, um die richtige Taktik und eine Erfolg versprechende Formation zu finden. "Serbien war ein Schlag für uns", gab Routinier Arne Friedrich zu, "aber wir glauben alle ans Weiterkommen. Wir können versprechen, dass wir Vollgas geben werden."

Das Gesicht der Mannschaft dürfte sich kaum verändern, nur im Sturm ist ein Wechsel unausweichlich. Für den nach seiner Gelb-Roten Karte bei der 0:1-Niederlage gegen Serbien gesperrten Münchner Miroslav Klose dürfte der Stuttgarter Cacau in die Startelf kommen. "Ich bin ein anderer Spielertyp als Miro. Aber ich bin überzeugt, dass ich auf der Position spielen kann", sagte Cacau.

Der Bundestrainer hatte Ghana als Tribünengast beim 1:1 der Afrikaner in Rustenburg gegen Australien intensiv studiert. "Ghana spielt körperbetont, Ghana spielt extrem schnell nach vorne. Ghana ist im Konter sehr gefährlich", berichtete Löw. Doch in der Defensive hält er den Gegner für verwundbar. "Sie lassen Chancen zu", verriet Bierhoff eine zentrale Erkenntnis Löws bei dessen Spionagetour.

Auf zeitgleiche australische Schützenhilfe gegen Serbien, wodurch der deutschen Mannschaft schon ein Unentschieden gegen Ghana reichen würde, will man sich lieber nicht verlassen. "Wir müssen auf uns schauen", verordnete Bierhoff: "Es wäre falsch, ins Spiel zu gehen und mit einem Ohr auf das andere Spiel zu achten." Gleichwohl traut er Australien "alles zu". Ghana führt die Tabelle der Gruppe D vor dem letzten Spieltag mit vier Punkten vor Deutschland und Serbien (je 3) sowie Australien (1) an.

Noch größer als die Hoffnung auf Schützenhilfe ist im deutschen Lager der Glaube an die eigene Stärke. "Es gibt keine Zweifel, dass wir es schaffen", sagte der gebürtige Brasilianer Cacau. "Wir müssen die Ruhe bewahren", forderte Abwehrspieler Friedrich. Der Berliner setzt in seinem 75. Länderspiel auf eine spezielle deutsche Turniertugend: "Wenn es drauf ankam, waren wir da." Mut machen könnte auch das bislang einzige Länderspiel gegen Ghana, es endete vor allerdings schon 17 Jahren mit einem deutschen 6:1-Sieg.

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