Ärzte Zeitung online, 27.06.2011

Ziel WM-Titel: Atomtragödie spornt Japans Fußball-Damen an

Die japanische Frauen-Nationalmannschaft will den WM-Titel holen. Aber nicht nur aus rein sportlichem Ehrgeiz. Mit ihren Auftritten in Deutschland wollen sie zugleich den unter der Katastrophe leidenden Landsleuten Mut machen.

Von Lars Nicolaysen

Ziel WM-Titel: Atomtragödie spornt Japans Fußball-Damen an

Japans Stürmerin Yuki Nagasato (r., im Duell mit Ariane Hingst) fordert nichts Geringeres als den WM-Titel: "Wir müssen für Japan gewinnen."

© dpa

Tokio (dpa). Die japanischen Spielerinnen um Kapitän Homare Sawa wollen mit guten Leistungen bei der WM ihren Landsleuten vor allem in den Katastrophengebieten Hoffnung machen.

"Wir müssen für Japan gewinnen", sagt Stürmerin Yuki Nagasato und gibt das klare Ziel der Mannschaft vor: Weltmeister werden.

Wegen den erzwungenen Stromeinsparungen auch beim Flutlicht nach der Atomkatastrophe habe das Team zwei Monate lang nicht wie gewohnt trainieren können, sagte Trainer Norio Sasaki.

Atomkatastrophe dient auch als zusätzliche Motivation

Die Atomkatastrophe von Fukushima und deren Auswirkungen belasten die Mannschaft, sind aber auch für sie zum Ansporn geworden. Man wolle der übrigen Welt auch Japans Kraft und Durchhaltewillen demonstrieren.

"Mein Herz tat weh, als ich die Bilder von der Katastrophe im Fernsehen sah", erzählte Mittelfeldspielerin Nahomi Kawasumi. Zwar sei sie selbst nicht direkt betroffen.

Aber zwischenzeitlich sei sie sich nicht sicher gewesen, ob Japan bei der WM antreten könne. "Aber wir haben viel Unterstützung aus aller Welt bekommen."

Der Schock sei überwunden, erzählte die in Deutschland lebende Nagasato. Jetzt gehe es darum, den noch immer leidenden Menschen in den Katastrophengebieten "frohe Nachrichten zu überbringen".

Ziel: Siegreich heimkehren

Alle Japanerinnen zeigten den klaren Willen, bei der WM alles zu geben, um am Ende siegreich heimzukehren.

OK-Präsidentin Steffi Jones hält das für möglich: "Die japanische Mannschaft zählt ganz klar zu den Favoriten bei der WM."

"Die Japanerinnen waren immer ein toughes Team. Es hat mich immer verrückt gemacht, sie waren so schnell und ich so langsam", erinnert sich Jones lächelnd an ihre eigenen Spiele gegen die Asiatinnen. (dpa)

Zum Special zur Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland.

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