Ärzte Zeitung online, 01.07.2011

Prinz peilt letzten WM-Rekord an

Die Frauenfußball-WM in Deutschland ist auch ein Duell der Gegensätze: Teenager spielen gegen Mütter, Turnier-Neulinge gegen Kickerinnen mit drei, vier oder fünf WM-Teilnahmen auf dem Konto. Deutschlands Stürmerstar Birgit Prinz will ihre Karriere in der Nationalelf mit einem letzten Rekord abschließen.

Von Wolf von Dewitz

Prinz peilt letzten WM-Rekord an

Birgit Prinz (l.) benötigt nur noch einen Treffer für einen neuen WM-Rekord.

© dpa

BERLIN (dpa). Ein Blick in die WM-Chronik verrät: Für manche Fußballerin ist der Anpfiff bei Weltmeisterschafts-Partien fast schon Routine.

Sieben der 17 Mannschaften sind Dauergast bei dem Turnier. Einige Kickerinnen sind hingegen erstmals dabei, manche reisten um die halbe Welt. Die WM in Deutschland in Zahlen und Bestmarken:

Große und Kleine: Die französische Verteidigerin Wendie Renard hat in Sachen Lufthoheit beim Zweikampf gute Karten: Sie ist mit ihren 1,87 Metern die längste Spielerin des Turniers.

Im deutschen Kader sind Stürmerin Kerstin Garefrekes und Reserve-Torhüterin Almuth Schult mit ihren 1,80 Metern die Längsten.

Einen schweren Stand im Kopfball-Zweikampf hat die Mexikanerin Charlyn Corral. Die Angreiferin ist mit ihren 1,52 Metern Körpergröße die kleinste Spielerin des Turniers.

Jung und alt: Das Spiel Nordkorea gegen USA in der Vorrunde (0:2) war auch ein Duell alt gegen jung: Die Asiatinnen haben mit einem Altersschnitt von 20,11 Jahren den jüngsten Kader, die US-Girls mit 27,09 den ältesten.

Die amerikanischen Teamchefs setzen traditionell auf Erfahrung: 2003 war ihre Truppe im Schnitt noch etwas älter und damit das älteste Team, das je bei einer Frauen-WM antrat.

Die Seniorin auf dem Feld ist in diesem Jahr die Neuseeländerin Jenny Bindon. Die Torhüterin ist 38 Jahre alt. Die Junior-Bestmarke in diesem Jahr stellt Christelle aus Äquatorialguinea auf, sie ist 16 Jahre jung.

Torjägerinnen: Die dreimalige Weltfußballerin Birgit Prinz braucht nur ein Tor für einen weiteren Rekord in ihrer glanzvollen Karriere. Dann wäre sie die einzige Spielerin, die bei fünf WM-Teilnahmen über mindestens ein eigenes Tor jubeln durfte. Die Spielführerin der deutschen Elf traf in 24 WM-Spielen bislang 14 mal und ist damit Rekordtorschützin.

Und noch ein Superlativ geht an die 33-Jährige: Für ihr Nationalteam traf sie bei Turnieren und Testspielen bislang 128 mal - so oft wie keine andere Spielerin bei der WM.

Die Kanadierin Christine Sinclair ist mit 117 Treffern die zweitbeste Torjägerin, zuletzt beförderte sie den Ball zum 1:2 gegen Deutschland in die Maschen.

Ein Torgarant ist die Brasilianerin Marta - sie kommt zwar "nur" auf 76 Länderspiel-Treffer, dies aber in nur 70 Spielen.

Torjubel: Fußballfans können bei Frauen-Weltmeisterschaften im Schnitt öfter jubeln als bei Männer-Turnieren: Bei der WM in Südafrika gab es pro Begegnung 2,27 Treffer, bei dem Frauen-Turnier in China 2007 waren es hingegen 3,47.

In allen Frauenfußball-Weltmeisterschaften seit 1991 waren es im Durchschnitt immer mehr als drei Tore pro Partie.

Bei der WM in Deutschland fielen in den acht Partien der ersten Gruppenphase-Runde allerdings nur 14 Treffer, ein Schnitt von nur 1,75.

Erfahrung: Die 36-jährige Amerikanerin Christie Rampone hat schon 229 Länderspiele absolviert. Mehr Erfahrung als die Verteidigerin und zweifache Mutter hat keine andere Sportlerin, die bei der WM in Deutschland aufläuft.

Birgit Prinz kommt auf 214 Einsätze, gefolgt von Ariane Hingst mit 173. Die 32 Jahre alte Japanerin Homare Sawa kommt auf 161 Einsätze, einen mehr hat die 37-jährige französische Abwehrspielerin Sandrine Soubeyrand.

Anreise: Nach dem deutschen Frauenteam haben die Franzosen die kürzeste Anreise zur WM: Beim 1:0-Vorrundensieg gegen Nigeria waren es von der französischen Grenze nur gut 100 Kilometer bis zum Stadion in Sinsheim.

Den längsten Anreiseweg hatten die Neuseeländerinnen - von ihrer pazifischen Heimat waren es etwa 15.500 Kilometer Luftlinie bis zum WM-Stadion in Bochum, wo sie in der Vorrunde 1:2 gegen Japan verloren. Die asiatischen Gegnerinnen hatten immerhin eine Distanz von gut 9000 Kilometern zu überbrücken.

Dauergäste und Newcomer: Wenn in der Gruppenphase Kolumbien auf die USA trifft oder Äquatorialguinea auf Brasilien, dann sind das auch die Duelle von Neulingen gegen alte Hasen.

Denn für Kolumbien und für Äquatorialguinea ist das Turnier in Deutschland WM-Premiere, die USA und Brasilien waren hingegen bei allen sechs Frauen-Weltmeisterschaften seit 1991 mit am Start. Auch Deutschland, Japan, Nigeria, Schweden und Norwegen waren Dauergäste. (dpa)

Zum Special zur Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland.

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