Ärzte Zeitung online, 18.03.2011

Deutsche zeigen große Solidarität mit Japan

Deutsche zeigen große Solidarität mit Japan

BERLIN (dpa). Ob mit Wohnraumangeboten, mit Geld oder mit Kleidung: Viele Deutsche wollen die Menschen im japanischen Katastrophengebiet unterstützen.

Beim Deutschen Roten Kreuz sind nach einer Woche so viele Spenden eingegangen wie zum gleichen Zeitpunkt nach dem Erdbeben in Haiti im Januar 2010. "Die Menschen wollen Solidarität zeigen", sagte DRK-Sprecherin Svenja Koch.

Noch ist aber unklar, ob Japan überhaupt Hilfe anfordern wird. Die Katastrophenhilfe der Diakonie bittet deshalb schon nicht mehr speziell um Spenden für Japan. Besser sei es für die allgemeine Katastrophenhilfe Geld zu geben, sagte Sprecher Rainer Lang.

"Wir verstehen aber auch, dass die Menschen wissen wollen, wo Ihre Spende hingeht und unterstützen zweckgebundene Spenden", meinte hingegen Achim Reinke vom Deutschen Caritasverband. Dort registriert man zunächst eine geringere Spendenbereitschaft als für Haiti.

"Die Menschen differenzieren zwischen dem bitterarmen Haiti und der Industrienation Japan", so Reinke. Aber auch in Japan gebe es bedürftige Menschen am Rande der Gesellschaft.

Die Caritas will daher vor allem den Wiederaufbau von sozialen Einrichtungen unterstützen. Laut Caritas Japan gibt die Hilfe aus Deutschland zudem das Gefühl, nicht alleingelassen zu werden.

Das Geld fließt bei seriösen Spendenorganisationen derzeit direkt an Partner in Japan. Damit werden dann Decken, Medikamente oder Essen finanziert.

Viele Deutsche bieten indes betroffenen Japanern ein Zimmer an. "Die Menschen in Deutschland fühlen sich ohnmächtig, sie möchten den Japanern irgendwie helfen", sagte eine Sprecherin der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Berlin. Bislang gebe es jedoch weder Anfragen von Japanern noch würden Angebote gesammelt.

Eine ganze Reihe von Organisationen bittet ausdrücklich um Geldspenden. Von Sachspenden wie Kleidung oder Decken raten sie dagegen ab. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) veröffentlichte auf seiner Website www.dzi.de eine Liste mit seriösen Organisationen.

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