Ärzte Zeitung online, 30.03.2011

Fukushima: IAEA empfiehlt größere Evakuierungszone

Fukushima: IAEA empfiehlt größere Evakuierungszone

WIEN/BERLIN (dpa). Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) rät Japan zur weiteren Evakuierung eines Ortes in der Nähe des zerstörten Atomkraftwerks Fukushima.

In dem 7000-Einwohner-Ort Iitate im Nordwesten des Kraftwerks gelegen hätten Teams der Atombehörde die höchsten Strahlungswerte gemessen, sagte der IAEA-Experte für nukleare Sicherheit, Denis Flory, am Mittwoch.

Flory fügte bei einer Pressekonferenz in Wien hinzu: "Eine erste Beurteilung deutet darauf hin, dass eine der IAEA-Kriterien für die Evakuierung überschritten wurde."

Man habe Japan geraten, sich die Situation dort genau anzusehen, sagte Flory. Iitate liegt etwa 40 Kilometer von den Unglücksreaktoren entfernt.

Auch die Umweltorganisation Greenpeace hatte bereits nach eigenen Messungen die Evakuierung des Ortes und eine Ausweitung der Evakuierungszone von 20 auf 40 Kilometer gefordert.

Die IAEA hat im Bereich der nuklearen Sicherheit kaum Kompetenzen. Sie kann Mitgliedsstaaten nur Ratschläge geben, aber nichts anordnen.

Unterdessen sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Japan Hilfe bei der Bewältigung der Atom-Krise und bei den Folgen des verheerenden Erdbebens zu.

In einem 20-minütigen Telefonat mit Ministerpräsident Naoto Kan habe der japanische Regierungschef Merkel zudem versichert, dass Japan die internationale Gemeinschaft weiter umfassend über das Krisenkraftwerk Fukushima unterrichten werde, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldet.

Ein Regierungssprecher in Berlin bestätigte, dass Merkel am Mittwoch mit Kan telefoniert hat. Über den Inhalt des Gesprächs war er nach eigenen Worten nicht informiert.

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