Ärzte Zeitung online, 07.04.2011

Rückschlag: Schweres Beben im Nordosten Japans

Rückschlag: Schweres Beben im Nordosten Japans

Ein neues, schweres Beben erschüttert Japan. In zahlreichen Regionen fiel der Strom aus. Autobahnen wurden gesperrt. Aus dem Atomkraftwerken in der Region gab es aber zunächst keine Meldungen über neue große Probleme.

TOKIO (dpa). Die Katastrophenregion im Nordosten Japans ist von einem schweren Nachbeben erschüttert worden. Knapp vier Wochen nach den verheerenden Erdstößen und dem Tsunami verzeichnete die Region am Donnerstag Erschütterungen der Stärke 7,1.

Die Behörden gaben zunächst eine Tsunami-Warnung heraus, hoben den Alarm aber bald wieder auf, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete.

In der Präfektur Miyagi sperrte die Polizei die Autobahnen. In mehreren Präfekturen wie Fukushima und Yamagata fiel der Strom aus. Aus den Atomkraftwerken Fukushima Eins und Zwei sowie Onagawa hätten die Betreiber aber keine neuen größeren Probleme gemeldet, berichtete Kyodo.

Der Nordosten Japans wurde von dem Beben der Stärke 9 auf der Richterskala und dem Tsunami am 11. März bereits schwer getroffen. Der Katastrophe könnte laut letzten Schätzungen bis zu 27.600 Menschen zum Opfer gefallen sein. 12.600 Tote sind bisher offiziell bestätigt.

In der gesperrten Zone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima Eins hatte am Donnerstag eine neue Suche nach Tsunami-Toten begonnen. 300 Polizisten durchkämmten die Stadt Minamisoma, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete.

In der Atomruine selbst kämpfen die Arbeiter seit der Katastrophe am 11. März mit verschiedensten Mitteln verzweifelt gegen einen drohenden Super-GAU.

Auch nach dem neuen Beben am Donnerstag gingen die Arbeiten an der Atomruine nach Berichten von Kyodo weiter. Die schwer beschädigte Anlage wurde weiter mit Wasser gekühlt.

An diesem Freitag will das japanische Kaiserpaar ein Lager besuchen, in das sich wegen des drohenden Super-GAUs 1200 Menschen geflüchtet haben.

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