Ärzte Zeitung online, 09.04.2011

Radioaktivität im Meerwasser vor Fukushima steigt

Radioaktivität im Meerwasser vor Fukushima steigt

TOKIO (dpa). Die radioaktive Belastung des Meerwassers vor der havarierten japanischen Atomanlage Fukushima ist nach einem Medienbericht vom Samstag in den letzten Tagen weiter angestiegen.

Der Betreiber des Atomkraftwerks, Tepco, teilte mit, am Donnerstag seien nördlich von Fukushima Eins in Meerwasserproben 110 Becquerel pro Kubikzentimeter des Nuklids Jod-131 festgestellt worden. Damit liege die Aktivitätskonzentration etwa 2800-mal höher als der Grenzwert.

Am selben Ort seien am Dienstag zunächst das 600-fache und am Mittwoch bereits das 1000-fache des Grenzwertes registriert worden, berichtete der Fernsehsender NHK. Die japanische Atomsicherheitsbehörde NISA wies Tepco an, seine Kontrollen zu verstärken, um eine mögliche Belastung des Pazifiks abzuklären.

Stahlbarriere soll belastetes Wasser zurückhalten

Eine Barriere aus Stahl soll nun eine weitere Belastung des Pazifiks mit am havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima verhindern. Der Kraftwerksbetreiber Tepco begann am Samstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo damit, diese Absperrung zu erreichten.

Arbeitern des Energiekonzerns war es nach mehreren gescheiterten Versuchen gelungen, ein Leck abzudichten, durch das stark radioaktiv belastetes Wasser in den Pazifik strömte.

Tepco leitete etwa 9000 Tonnen leicht belasteten Abwasser ins Meer. Mit dieser kontrollierten Aktion soll in Tanks Platz zur sicheren Speicherung stärker belasteten Abwassers geschaffen werden.

Die Zahl der Opfer des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März steigt weiter. Die offizielle Zahl der Toten wurde am Samstag von der Polizei mit 12.876 angegeben. Vermisst würden derzeit 14.865 Menschen.

Japan wirbt für die Sicherheit der Lebensmittelexporte

Auf internationalem Parkett will die japanische Regierung Ängste vor radioaktiv-belasteten Nahrungsmittel nehmen. Die Lebensmittel aus Japan seien trotz aller Probleme weiter sicher.

Darauf will der japanische Außenminister Takeaki Matsumoto am Samstag auf einem Ministertreffen der südostasiatische Staatengemeinschaft ASEAN in Jakarta hinweisen. Dies berichtete der staatliche japanische Fernsehsender NHK.

In der indonesischen Hauptstadt soll über ASEAN-Hilfen für Japan diskutiert werden. Mitglieder des ASEAN-Verbands sind Birma, Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, die Philippinen und Singapur.

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