Ärzte Zeitung online, 15.04.2011

Japan: Tepco kündigt Entschädigungszahlungen an

Japan: Tepco kündigt Entschädigungszahlungen an

Tokio (dpa). Der japanische Atombetreiber Tepco hat angekündigt, für Opfer der Nuklearkatastrophe von Fukushima Entschädigungszahlungen zu leisten.

Das Unternehmen werde für Haushalte innerhalb eines Umkreises von 30 Kilometern um das zerstörte Atomkraftwerk Fukushima Eins jeweils eine Million Yen (rund 8000 Euro) zahlen, kündigte Konzernchef Masataka Shimizu am Donnerstag (14. April) an.

Unterdessen setzten die Arbeiter ihre Bemühungen fort, die Unglücksreaktoren unter Kontrolle zu bringen. Sie füllten weiterhin Stickstoff in den Reaktor 1, um weitere Wasserstoffexplosionen zu verhindern.

Nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde soll in Kürze auch in die beiden anderen havarierten Reaktoren Stickstoff eingefüllt werden.

Zudem installierten die Arbeiter weitere Stahlplatten nahe der Meerwasserzufuhr des Reaktors 2, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Tepco wolle Sandsäcke mit dem Mineral Zeolith, das radioaktives Material absorbiert, nahe der Anlage ins Meer werfen, um die radioaktive Verseuchung des Meeres zu verringern, hieß es.

Körner an geschmolzenem Brennstoff liegen am Kesselboden

Experten schätzen, dass sich nur kleine Mengen geschmolzener Brennstoff am Boden der Druckkessel angesammelt haben. Das berichtete Kyodo am Freitag (15. April) und berief sich auf die Atomic Energy Society of Japan, einer Gruppe von Wissenschaftlern zur Förderung der friedlichen Nutzung von Nuklearenergie.

Demnach hat der geschmolzene Brennstoff in den havarierten Reaktoren 1 bis 3 die Form von Körnern angenommen und liegt bei relativ niedrigen Temperaturen am Boden. Die Experten glauben nicht, dass es eine große Menge ist. Eine große Menge berge die Gefahr, dass sie die Reaktorgehäuse beschädigen und zu großen radioaktiven Lecks führen könnte, hieß es.

Die Körner an geschmolzenem Brennstoff haben nach Erkenntnissen der Experten einen Durchmesser von mehreren Millimetern bis zu einem Zentimeter und scheinen flach am Boden der Kessel zu liegen. Dies mache es unwahrscheinlich, dass es zu einer Kernreaktion kommt.

Selbst wenn die derzeit laufenden Bemühungen, die Lage zu stabilisieren, problemlos aufrechterhalten werden könnten, dürfte es nach Einschätzung der Experten mindestens zwei bis drei Monate dauern, bis sich der Kernbrennstoff stabilisiere. Wobei es nur zu geringer Freisetzung an Radioaktivität käme - wenn überhaupt.

Zum Special "Katastrophe in Japan"

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