Ärzte Zeitung online, 04.05.2011

Rückkehr in Sperrzone: Entscheidung könnte im Januar fallen

Im Kampf gegen die Radioaktivität will Tepco, der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks in Fukushima, das Meerwasser filtern. Premier Kan hofft unterdessen auf gute Nachrichten für die Einwohner der Sperrzone im nächsten Jahr. Ein leicht verstrahlter Container aus Japan wurde in Belgien entdeckt.

Rückkehr in Sperrzone: Entscheidung könnte im Januar fallen

TOKIO (dpa). Falls Tepco das havarierte Atomkraftwerk unter Kontrolle bringt, will Japans Regierung im Januar 2012 darüber entscheiden, ob die Bewohner in die Sperrzone zurückkehren dürfen.

Das sagte Regierungschef Naoto Kan nach Medienberichten am Mittwoch (4. Mai) beim Besuch einer Notunterkunft in Kazo nördlich von Tokio. Dort haben nach der Reaktorkatastrophe am 11. März rund 1200 Menschen aus dem Ort Futuba eine notdürftige Unterkunft gefunden.

Futuba mit seinen 6900 Einwohnern liegt innerhalb der 20-Kilometer-Sperrzone rings um das Kraftwerk, die nur mit Genehmigung betreten werden darf.

Tepco-Präsident entschuldigt sich bei Bewohnern

Tepco hatte Mitte April einen Zeitplan für die Arbeiten veröffentlicht. Das Unternehmen hofft, die Reaktoren innerhalb von drei Monaten wieder zuverlässig kühlen zu können. Innerhalb von neun Monaten will der Betreiber dann die volle Kontrolle über das Kraftwerk zurückerlangt haben.

Tepco kündigte zudem an, einen Filter entwickeln zu wollen, mit dem das radioaktiv verseuchte Meerwasser dekontaminiert wird.

Tepco-Präsident Masataka Shimizu entschuldigte sich bei einem Besuch mit einer tiefen Verbeugung bei den Bewohnern der Stadt Hirono, die von der Katastrophe betroffen sind. Deren Bürgermeister Motohoshi Yamada verlangte bei dieser Gelegenheit Entschädigungen vom Tepco-Chef.

95 Prozent der 5500 Einwohner hatten den Ort freiwillig verlassen - er liegt unmittelbar an der Grenze der 20-Kilometer-Zone.

Verstrahlter Schiffscontainer in Belgien

In Belgien ist unterdessen ein leicht radioaktiv verstrahlter Schiffscontainer aus Japan angekommen. Er sei bei einer Routinekontrolle im Hafen von Zeebrügge bereits am Dienstag (3. Mai) aufgefallen, sagte eine Sprecherin der belgischen Atom-Aufsichtsbehörde.

Nachgewiesen wurde Cäsium-137, die Konzentration sei "sehr niedrig". Es bestehe keine Gesundheitsgefahr. Der Container enthielt Bauteile für Bagger, die nicht kontaminiert waren.

Die metallene Transportkiste wurde in einem separaten Teil des Hafens untersucht. Sie wurde den Angaben zufolge am 16. März - fünf Tage nach dem Atomunglück - im Hafen der japanischen Stadt Yokohama verschifft. In Malaysia wurde der Container auf einen Frachter umgeladen, der nach Belgien fuhr.

Zum Special "Katastrophe in Japan"

Topics
Schlagworte
Japan (438)
Panorama (30498)
Personen
Naoto Kan (36)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

"Digitalisierung lässt sich nicht klein hoffen"

Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten, die Ärzte sollten sich daher aktiv daran beteiligen, appellierte der Blogger Sascha Lobo auf dem Ärztetag. mehr »

Alle wichtigen Videos vom Ärztetag

Digitalisierung, Angst vor Veränderung, Wunschminister: Die Ärztezeitung fasst für Sie die wichtigen Themen des Ärztetags in kurzen Videos zusammen. mehr »

Massive Technik-Pannen behindern Ärztetag

Nicht einsehbare Anträge, verschobene Abstimmungen: Technische Probleme machen Delegierten und Journalisten gestern unmd heute auf dem Ärztetag arg zu schaffen. mehr »