Ärzte Zeitung online, 23.05.2011

Fukushima: Deutscher leitet UN-Untersuchungen

Fukushima: Deutscher leitet UN-Untersuchungen

WIEN (dpa). Die Vereinten Nationen wollen die Folgen des Austritts von Radioaktivität im zerstörten japanischen Atomkraftwerk Fukushima wissenschaftlich untersuchen.

Die Expertenkommission unter der Leitung des Abteilungschefs Strahlenschutz und Gesundheit beim deutschen Bundesamt für Strahlenschutz, Professor Wolfgang Weiss, rechne bis Mai nächsten Jahres mit den ersten Ergebnissen.

Die volle Beurteilung der Strahlenbelastung nach dem Erdbeben und dem Tsunami am 11. März 2011 werde aber mindestens zwei Jahre dauern, teilten die UN am Montag in Wien mit.

Die ersten Ergebnisse sollten wissenschaftliche Einblicke in das Ausmaß geben, in dem Radioaktivität in die Atmosphäre und den Ozean abgegeben wurde, sagte Weiss. Auch die Strahlenbelastung der Arbeiter im kaputten Meiler und der Bevölkerung solle untersucht werden: "Die Beurteilung wird zunächst sehr vage sein."

In der kommenden Woche will das wissenschaftliche UN-Komitee zu den Effekten atomarer Strahlung (UNSCEAR) bei seinem jährlichen Treffen in Wien festlegen, wie es bei seiner Arbeit zu Fukushima vorgehen wird.

Neben seinem Leiter Weiss gehören UNSCEAR noch zahlreiche weitere Wissenschaftler aus 21 Ländern an. Auch zum Atomunfall 1986 in Tschernobyl hat die Expertenkommission bereits mehrere Berichte erstellt.

Lesen Sie dazu auch:
UN-Strahlenexperte: Fukushima "noch immer ein Notfall"

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